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Foto: Ron Hansen

Foto: Ron Hansen

2022 erhält ein ganzer Staat in Indien bedingungsloses Grundeinkommen

Könnte das bedingungslose Grundeinkommen in Entwicklungsländern wie Indien das Leben für seine Bevölkerung grundlegend verbessern? Der indische Bundesstaat Sikkim wagt den Versuch. 

Stell dir vor, zusätzlich zu deinem monatlichen Einkommen werden dir regelmäßig 1200€ überwiesen, ohne dass du dafür etwas tun musst. Plötzlich ist die Miete gesichert, du kannst weniger Arbeiten, nebenbei endlich diese eine Idee aufbauen, von der du immer geträumt hast und hast Zeit und Geld deinen Hobbies nachzugehen. Für uns bedeutet das BGE den Luxus von mehr Geld und Zeit, unser Leben zu verbessern und einer finanziell sicheren Zukunft entgegen zu blicken. 

Beim bedingungslosen Grundeinkommen soll jeder Staatsbürger monatlich die gleiche Summe an Geld bekommen, unabhängig davon, ob er arbeitet oder nicht. Die Idee dahinter ist, jedem unabhängig von seinem Hintergrund eine Existenzsicherheit zu gewährleisten. Dies ist nicht nur bei sozialer Ungleichheit, sondern auch bei der voranschreitenden Digitalisierung und dem damit einhergehenden Verlust von Arbeitsplätzen eine dringende Notwendigkeit für viele Menschen.

Ein Dorf im indische Bundesstaat Sikkim, im Nordosten von Indien. Foto: Subhasish N.

Bedingungsloses Grundeinkommen gegen starke Armut in Indien

In Zentralindien werden bereits 22 Dörfer, in denen die Armut besonders schwerwiegend war, mit einem partiellen Grundeinkommen versorgt, dass den Einwohnern mit umgerechnet 10 Euro im Monat erlaubt, ihre Existenz zu sichern. Der südliche Bundesstaat Sikkim ist von diesem Projekt und seinen positiven Folgen im Sinne der Armutsbekämpfung überzeugt und plant für 2022 seine über 600.000 Einwohner mit 20 Euro im Monat zu versorgen. Dafür nimmt die Partei Sikkim Democratic Front (SDF), das bedingungslose Grundeinkommen für die anstehenden Wahlen in ihr Wahlprogramm auf. Es ist das erste Projekt seiner Art in einem Entwicklungsland mit solch einem Ausmaß. Dabei soll es in erster Linie über Einnahmen finanziert werden, die Sikkim aus der Energiegewinnung am Fuße des Himalaya erzielt. Auch in Ländern wie Finnland, Kanada, Brasilien, Iran und Kuba wurden derartige Projekte begonnen, allerdings nur in Testphasen von ein bis zwei Jahren und mit kleinerem Wirkungskreis. Die SDF erwartet sich davon, der Bevölkerung Sikkims eine bessere Grundlage für ihre medizinische Versorgung, die eigene Bildung und die ihrer Kinder und einen komfortablen Wohnraum zu schaffen. 

In Deutschland startete 2014 das Projekt “Mein Grundeinkommen”, wo über einen langen Zeitraum 12.000 Euro durch Spenden zusammen kommen und wahllos an einen der teilnehmenden Bürger verlost wurden. Bisher erhielten bereits 368 Teilnehmer monatlich 1.000 € an Zuschuss. Verändert habe sich für die meisten nichts, außer dass sie ein angenehmeres Leben führen konnten, als das, was sie sowieso bereits führten. 

Führt man sich allerdings die starke Armut und die unzureichende medizinische Versorgung in Indien vor Augen, ist die Verbesserung unseres Lebens durch das BGE ein Luxusproblem,  das die deutschen Gegner des BGE nur anfeuern dürfte. Außer der großen finanziellen Belastung des Staatshaushalts, sehen diese außerdem die Motivation der Menschen in Gefahr, überhaupt arbeiten zu gehen. Süßes Nichtstun und überflüssiger Luxus? Oder mehr Zeit für seine persönliche Entfaltung und weniger Zukunftsangst? 

Wie stehst du zum bedingungslosen Grundeinkommen? Teile deine Meinung mit unseren Lesern in den Kommentaren. 

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