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Der Hype um Vero: alles nur gekauft?

In den letzten Tagen hat sich ein regelrechter Hype um die bereits 2015 gegründete Social-Media-App Vero entwickelt. Was steckt dahinter?

Was Vero verspricht, klingt zunächst nach der idealen Antwort auf die Überfrachtung und Kommerzialisierung von Facebook, Instagram & Co.: kein Algorithmus und keine Werbung, sondern ein ganz persönlicher Feed in Instagram-ähnlicher Kachelmanier. Statt mit der weitreichenden Bereitstellung und Verwertung der eigenen Daten zu bezahlen, soll sich Vero über ein Abo-Modell finanzieren. Das beste: die erste Million Nutzer ist lebenslang umsonst Mitglied. Doch mit steigendem Interesse wuchs auch die Skepsis, einerseits am Zustandekommen des Hypes und andererseits gegenüber dem Gründer von Vero.

Erklärungen für den Hype

Denn warum steigt plötzlich das Interesse an einer App so rasant, die schon 2015 gegründet wurde? Eine mögliche Erklärung liefert das Millionenversprechen: Denn wenn diese App nun wirklich der neue Place to be im Social Web wird, dann wär es doch schön, zu einem der auserwählten Millionen zu gehören, die für immer eine kostenlose Mitgliedschaft genießen.

Plötzlich empfehlen viele Influencer Vero

Der Hype ließe sich aber auch anders erklären: Vero haben nämlich erstaunliche viele Influencer auf ihren Kanälen empfohlen, ganz plötzlich, doch natürlich aus freien Stücken, sagen die Influencer. Andere wittern eine verdeckte Kampagne. Also muss im Konjunktiv gesagt werden: Wenn dahinter tatsächlich eine bezahlte Kampagne steckt, dann verstieße das gegen die Kennzeichnungspflicht, wäre also unlauterer Wettbewerb. Mit unmoralischen Geschäftspraktiken würde der CEO von Vero aber nicht das erste Mal auffallen …

Zweifelhafte Vorgeschichte des CEO

Der CEO heißt nämlich Ayman Hariri, Sohn des ehemaligen Ministerpräsidenten des Libanon, Rafiq al-Hariri, und Milliardenerbe. Neben seinem Gründertum war Hariri stellvertrender Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von einer der größten Baufirmen Saudi-Arabien: Saudi Oger. Die Baufirma lebte vor allem von Aufträgen des Staates, welche aber in der Ölkrise gestrichen wurden. In der Folge wurden die Gastarbeiter, die in Saudi-Arabien einen Status innehaben, der sich am ehesten mit der mittelalterlichen Leibeigenschaft vergleichen lässt, zunächst bis zu neun Monate unbezahlt weiter beschäftigt – dann wurde ihnen gekündigt. Ein Jahr später, 2017, stellte Saudi Oger die Geschäftstätigkeiten ein.

Es bleibt also abzuwarten, ob Vero wirklich so sozial ist, wie sie behaupten.

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