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Foto: Caroline Hernandez.

Foto: Caroline Hernandez.

Die Überzeugungskraft von Töchtern könnte die Welt retten

Eine neue Studie belegt, dass Kinder ihre Eltern zu einem ausgeprägteren Umweltbewusstsein motivieren können. Eine Erinnerung daran, dass bereits Kinder in unserer Gesellschaft etwas bewegen können. 

Grundsätzlich wird die Beziehung zwischen Eltern und Kind von der Abhängigkeit des Kindes von der Lebenserfahrung, dem Wissen und der Entscheidungsgewalt der Eltern geprägt. Eltern wissen alles und liegen bei allem richtig – richtig? Ich bin mit der Überzeugung aufgewachsen, dass meine Eltern wissen, was eine gute und eine schlechte Lebensentscheidung für mich ist. Erst sehr spät habe ich angefangen, ihre Meinungen zu hinterfragen. Allem Anschein nach ganz anders, als die 12 bis 18 jährigen der heutigen Generation.

Eine Studie aus North Carolina überrascht mit der Erkenntnis, dass Kinder die Meinung und das Verhalten ihrer Eltern bezüglich des Klimawandels positiv beeinflussen können. Dabei stellten die Forscher fest, dass die teilnehmenden Kinder das Schulwissen um den Zustand unserer Erde tatsächlich mit nach Hause bringen und es ihren Eltern weitererzählen. Und das auf eine Weise, die ihre Eltern dazu anspornt, die eigenen Ansichten zu überdenken. Kinder haben also laut dieses Forschungsergebnisses das Potenzial, ihren Eltern dabei zu helfen ein Umweltbewusstsein zu entwickeln und damit eine Veränderung anzustoßen. Dies liegt zum Teil am Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kindern. Das macht es leichter über ein emotional aufgeladenes Thema wie den Klimawandel zu sprechen.

Foto: Federico Enni.

Gerade Töchter haben den stärksten Einfluss auf ihre Väter

Die Töchter unter unseren Lesern sollten jetzt die Ohren spitzen. Interessanterweise hatten von den teilnehmenden Kindern gerade Töchter den stärksten Einfluss auf ihre Väter. Diese zeigten bei der Einflussnahme ihrer Töchter die bedeutendste Einstellungsänderung gegenüber dem Klimawandel. Persönlich empfinde ich diese Studie als sehr motivierend! Kann ich meinen Vater also doch noch dazu umstimmen, weniger Fleisch zu essen und mehr Fahrrad zu fahren? Ich fühle mich geradezu herausgefordert, mich ihm anzunehmen! Warum gerade wir Töchter unsere Väter eher umstimmen können als Söhne, wird leider nicht erklärt. Es wird lediglich vermutet, dass statistisch betrachtet Mädchen effektiver innerhalb der Familie kommunizieren können und sich eventuell auch mehr Gedanken über das Thema gemacht haben.

 Betrachtet man die Familienkommunikation in Deutschland laut der letzten großen FIM (Familie, Interaktion, Medien) Studie, haben Kinder hier die besten Voraussetzungen, um bei ihren Eltern auf Gehör zu stoßen. Denn 54% der befragten Kinder zwischen 6 und 19 sagen aus, dass ihre Eltern ihnen zuhören, wenn sie etwas sagen möchten. Auch auf die Frage, ob auf ihre Meinungen sachlich eingegangen wird, stimmen beachtliche 83% der Kinder zu. Die Voraussetzungen als Kind etwas zu bewegen sind demnach gegeben, jetzt muss die Chance nur noch ergriffen werden. Die passendsten Gesprächssituationen, um wichtige Themen anzugehen, sind der FIM-Studie nach das Abendessen (62%) oder die Zeit vor dem Zubettgehen (43%). Es liegt also nicht nur bei den Erwachsenen, den Medien oder den Meinungsmachern etwas zu verändern, sondern bereits bei den jüngsten Mitgliedern unserer Gesellschaft. Was wird dann folgsam heute Abend aufgetischt? Das Abendessen und eine Portion Aufklärung zur Erderwärmung!

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