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Quasi Unsichtbar: Die Folie Quantum Stealth macht das Unmögliche möglich. Foto: HyperStealth Biotechnology Corp.

Quasi Unsichtbar: Die Folie Quantum Stealth macht das Unmögliche möglich. Foto: HyperStealth Biotechnology Corp.

Eine Folie, die unsichtbar macht – Quantum Stealth macht das Unmögliche möglich

Ein unsichtbar machender Tarnmantel gehört definitiv in die Kategorie: Dinge, die man höchstens aus Science Fiction- oder Fantasy-Filmen kennt. Das kanadische Unternehmen HyperStealth Biotechnology Corp. hat nun eine Art Folie entwickelt, hinter der Menschen beinahe gänzlich verschwinden können – ohne zusätzlichen technischen Aufwand. 

Wer die Harry Potter-Romane gelesen oder Star Wars gesehen hat, wird sich früher oder später selbst mal vorgestellt haben, wie praktisch das wäre – unsichtbar sein. Bisher war Unsichtbarkeit quasi unmöglich – mal abgesehen von mehr oder weniger wirksamen Tarnmustern, die allerdings abhängig von der entsprechenden Umgebung ausgewählt werden müssen: Wald braucht grün und braune Tarnfarben, Wüste beige und sandfarben.

Selbst die Wellen von Wärmebildkameras werden von Quantum Stealth umgeleitet. Foto: HyperStealth Biotechnology Corp.

Das kanadische Unternehmen HyperStealth Biotechnology Corp. hat nun mit der Entwicklung einer speziellen Folie das Unmögliche möglich gemacht. CEO Guy Cramer gab dem Produkt den Namen “Quantum Stealth”. Diese spezielle Folie kann Objekte wirksam verbergen und macht sie so für das bloße Auge nahezu unsichtbar. Zusätzlich schirmt sie gegen UV- und Infrarot-Lichtstrahlen (Wärmebildkameras) ab. Die Funktionsweise ergibt sich aus der Beschaffenheit des Materials: einer Aufeinanderschichtung von mehreren Lagen Folie, deren Struktur aus vielen nach außen gewölbten Linsen besteht. 

Wenn Licht auf diese Folienschichtung trifft, wird es in bestimmten Winkeln gebrochen und trifft nicht auf die Objekte, die sich unmittelbar hinter der Folie befinden, sondern wird daran vorbeigeleitet. Das Einzige, was dann noch zu sehen ist, ist der weiter entfernte Hintergrund hinter dem zu verbergenden Objekt. Somit ist dieses Material die effektivste Möglichkeit zur Tarnung – und dabei noch kostengünstiger und leichter selbst als standardisierte Tarnkleidung.

Bedeutet Quantum Stealth mehr Freiheit – oder einfach nur eine andere Art der Begrenzung?

Selbst mit einer Folie, die nur so dünn ist wie Papier, kann dieser Effekt erzielt werden. Somit ist sie nicht nur effektiver, sondern auch leichter und nach Angaben Cramers auch günstiger als die bisher übliche Tarnkleidung. Zurzeit befindet sich Quantum Stealth in der Testphase und ist bei Markteinführung vorerst für militärische Zwecke gedacht: Zelte, Fallschirme, Abdeckplanen für Fahrzeuge. Zukünftig könnten aber auch andere Einsatzmöglichkeiten in Betracht gezogen werden, besonders im Landschaftsbau. Zum Beispiel ließen sich so unschöne Bauwerke oder Sendemasten verbergen, die ihre Umgebung in deren Ästhetik massiv beeinträchtigen. 

 

Unsichtbar machende ”Tarnanzüge”, die ihren Träger gänzlich verschwinden lassen, sind allerdings auch mit dieser Methode (noch) nicht möglich. Denn das Objekt, das durch Quantum Stealth verborgen werden soll, muss einen gewissen Abstand zur Folie einnehmen, ansonsten bleibt es sichtbar. Distanzen spielen daher bei ihrem Einsatz eine Entscheidende Rolle.

Zum Schluss wirft die tatsächliche Anwendung von Quantum Stealth in vielerlei Hinsicht ethische Fragen auf: Wie bedeutet es, ein solches Produkt für militärische Zwecke einzusetzen? Und zweitens: Was macht die Möglichkeit, Dinge vor dem Auge verschwinden zu lassen, mit unserer Wahrnehmung? Wird die Welt dadurch schöner, wenn wir Sendemasten, baufällige Gebäude, Armutsviertel unsichtbar machen können? Oder ist es nur ein weiterer Schritt in Richtung einer zurecht gefilterten Realität? 

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