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Foto: Jhonis Martins bearbeitet mit Faceapp

Foto: Jhonis Martins bearbeitet mit Faceapp

FaceApp – Tausche Filter gegen deine sensible Daten

Die Applikation FaceApp lässt dein Gesicht  durch künstliche Intelligenz wahlweise jünger, schöner oder uralt aussehen. Ist ihre Beliebtheit ein Zeichen dafür, wie leichtfertig wir unsere Daten bereits gegen einen Gesichtsfilter eintauschen?

Bilder von plötzlich rasant gealterten Freunden, Politikern oder Celebrities fluten die soziale Medienlandschaft – geziert von dem Hashtag #FaceAppChallenge. Jene FaceApp stürmt derzeit die Appstore Charts, vergnügt tausende seiner Nutzer. Lust den Trend auszuprobieren? Das einzige was man dazu benötigt ist die App, seine Daten und ein gekonntes Selfie, über das die charakteristischen Facefilter gelegt werden können. Man kann dabei unter anderem zwischen einer Verjüngungs- oder Verschönerungskur wählen, eben mal das Geschlecht wechseln, sich uralt filtern oder ein Lächeln ins Gesicht zaubern lassen. Alles dank einem künstlich intelligenten Filter, welcher die Gesichtszüge analysiert und das Bild entsprechend verändert. 

Wirklich neu ist die App nicht, bereits 2017 ist sie für iOS und Android erschienen. Doch der Hype um die FaceApp-Bilder von Stars wie den Jonas Brothers oder Rihanna gibt der Bildmanipulations-Software neuen Aufwind. Entwickelt wurde sie von der russischen Firma Wireless Lab aus Sankt Petersburg, viel mehr ist jedoch nicht bekannt. Doch das scheint den hunderttausenden Usern allerdings nicht wichtig, an erster Stelle steht das Vergnügen. Damit landete FaceApp an Platz 1 der AppStore Download-Charts. Ein kurzer Blick in die Nutzungsbedingungen würde allerdings vielen sofort den Spaß verderben. 

Schnelles Selfie im Tausch gegen seine Privatsphäre?

Die Fotos der Nutzer werden nicht etwa auf ihrem Handy bearbeitet, sondern automatisch auf einem externen Server gespeichert, damit sie dort mithilfe künstlicher Intelligenz angepasst werden. Nach eigenen Aussagen des Unternehmens werden sie auch nach der Löschung des Accounts weiter aufbewahrt. Der FaceApp Nutzer tritt seine Rechte am Bild ab, sodass diese sogar kommerziell verwendet werden können. Immerhin: Das Unternehmen weist darauf hin, dass es keine Nutzerdaten an Dritte verkauft. Datenschutzexperten raten trotzdem von der Nutzung der App ab. 

Das wirklich beunruhigende an der Sache: Wie leichtfertig Nutzer ihre Daten zur Verfügung stellen. Hauptsache die App schnell runterladen und bei dem Hype mitmischen – was über den Bildschirm des eigenen Telefons hinausgeht, sprich: was mit den Bildern passiert, die auf dem externen Server ruhen, darum geht es vielen Nutzern erstmal nicht. 

Man könnte meinen, dass die ständige Abfrage unserer Daten unsere Skepsis abgestumpft hat. Meine E-Mail oder meine Telefonnummer angeben, um Dienst-XYZ in Anspruch nehmen zu können – na gut, geht ja flott! Das wir somit wahllos unsere privaten Daten im Internet verstreuen und uns zunehmend durchsichtiger machen, scheint vielen Nutzern zunehmend egal zu werden. Statt in einem Ohnmachtsgefühl alles über sich ergehen zu lassen, sollten wir Nutzer wachsam bleiben und das Lesen der Nutzungsbedingungen zur Gewohnheit werden lassen. Egal, wie beeindruckend sein gealtertes Selfie auch sein mag, den Tausch mit sensiblen Daten ist es garantiert nicht wert.

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