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Foto: Johannes Plenio.

Forscher entdecken einen Weg mit Menschen im Traum zu kommunizieren

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass wir mit Menschen, die sich in einem luziden Traum befinden, ein Gespräch führen können. Ist das der Weg in unser Unterbewusstsein? 

Ein Phänomen des  Schlafzustands nennt sich “Luzides Träumen”. Der Begriff wird aus dem lateinischen von lucidus abgeleitet, was geistvoll und klar bedeutet. Es beschreibt einen Zustand im Tiefschlaf, bei dem wir uns bewusst sind, dass wir uns in einem Traum befinden. Luzides Träumen wurde erstmals in den Schriften des Philosophen Aristoteles im vierten Jahrhundert v. Chr. erwähnt. Im Fokus der Wissenschaft steht das Phänomen jetzt nunmehr seit über 50 Jahren.  Diese speziellen Träume treten vorwiegend in der REM-Phase des Schlafes auf, und tritt bei etwa 10 % der Menschen mindestens einmal im Monat auf. 

Wissenschaftlern gelingt der Durchbruch in die Traumwelt der Schlafenden

Zum ersten Mal haben nun Forscher mit luziden Träumern Gespräche geführt, bei denen die Schlafenden Fragen beantwortet und mathematischen Probleme gelöst haben. Die Ergebnisse aus vier Labore in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und den Vereinigten Staaten legen nahe, dass Menschen im Schlaf komplexe Informationen empfangen und verarbeiten können. Das ist eine bahnbrechende Erkenntnis der Schlafforschung.  Bisher wurde der Tiefschlaf als einen Zustand definiert, in dem das Gehirn nichts von der Außenwelt mitbekommt. 

Luzides Träumen beschreibt einen Zustand im Tiefschlaf, bei dem wir uns bewusst sind, dass wir uns in einem Traum befinden. Foto: Alice Alinari.

Das Gespräch mit den Träumenden

In dem Experiment  sollten die Teilnehmer signalisieren, dass sie in einen luziden Traum eingetreten waren, indem sie ihre Augen und ihr Gesicht auf eine bestimmte Art und Weise bewegten – zum Beispiel, indem sie ihre Augen dreimal nach links bewegten. Während die Teilnehmer schliefen, überwachten die Wissenschaftler ihre Gehirnaktivität, Augenbewegungen und Gesichtsmuskelkontraktionen über Elektroden-Helme. In diesen Tests stellten die Forscher den Träumenden einfache Ja- oder Nein-Fragen oder baten sie, leichte mathematische Probleme zu lösen, wie zehn minus fünf. Um zu antworten, benutzten die Träumer die Signale, die ihnen vor dem Einschlafen beigebracht worden waren. Dazu gehörten Lächeln, Stirnrunzeln oder mehrfaches Bewegen der Augen. In den Ergebnissen der Studie wird berichtet, dass die Teilnehmer die Fragen der Wissenschaftler durch jene körperlichen Signale im Schlaf richtig beantworten konnte. 

Und wie nahmen die Träumenden das Eindringen der Forscher in ihre Träume wahr? Ein Teilnehmer beschreibt, dass er in seinem Traum auf einer Party war, als er hörte, wie der Forscher seinen Traum wie ein Erzähler in einem Film unterbrach, um ihn zu fragen, ob er Spanisch spreche. Die Wahrheit oder das Skript eines Woody Allen Films? Es war wohl für alle Seiten ein durch und durch skurriles Experiment.

Das besondere am luziden Träumen: Die Fähigkeit zu erkennen, dass man sich in einem Traum befindet, kann sogar durch Training verbessert werden. Der Vorteil ist dabei unter anderem, sich seinen Alpträumen beispielsweise bewusst und dadurch weniger verängstigt zu werden. Das Vordringen der Wissenschaftler in unsere Schlafwelt ist ein wichtiger erster Schritt, um zu verstehen, wie wir als Träumende mit der wachen Welt agieren können und welche Vorteile das für beide “Welten” haben könnte. Schlafgespräche könnten so dem Träumer auch helfen, Probleme zu lösen, neue Fähigkeiten zu erlernen oder sogar kreative Ideen zu entwickeln. Eventuell könnte diese Methode in Zukunft auch als therapeutischen Mittel eingesetzt werden, um Menschen mit psychologischen Leidensdruck zu helfen. 

Kann man irgendwann mit seinen Träumen Geld verdienen? Diese Zukunftsfantasie findest du in diesem Artikel unseres Kompendiums Sleep Economy.

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