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Mit der neuen Spielfigurenserie

Mit der neuen Spielfigurenserie "Creatable World" will Mattel den Spielzeugmarkt genderneutraler gestalten. Foto: Creatable World © Mattel.

Freie Gender-Wahl: Mattel erfindet das Spielen neu

Auch “Barbie” hat das Recht auf freie Gender-Wahl: 60 Jahre nach Erfindung des Verkaufsschlagers für Mädchen hat Spielzeughersteller Mattel sich den Veränderungen in der Gesellschaft angepasst – mit der Markteinführung einer genderneutralen Spielfigur.

Genderneutrales Spielzeug war zur Geburtsstunde von Barbie in den 1960er Jahren noch kein gesellschaftlich relevantes Thema. Die Gesellschaft mit ihren Bedürfnissen und Motivationen unterlagen in den letzten Jahrzehnten jedoch erfreulicherweise einem starken Wandel: Frauen arbeiten inzwischen mit (fast) so großer Selbstverständlichkeit wie Männer und Väter bleiben – wenn auch noch nicht so oft, wie erstrebenswert wäre – daheim, um sich um ihre Kinder zu kümmern. 

Doch was immer noch real ist: Frauen sind noch immer häufig gesellschaftlich benachteiligt, (einige) Männer leiden nach wie vor unter ihrer eigenen toxischen Männlichkeit. Festgefahrene Geschlechterrollen konnten trotz enormer Fortschritte noch nicht aus unserer Gesellschaft gestrichen werden. Denn sie werden stetig weiter reproduziert. 

Unsere Geschlechterrollen entstehen schon beim Spielen im Kindergarten

Nicht selten geschieht das bereits im Kindesalter. Jungs sollten eher blau tragen und mit Autos spielen, Mädchen in pinken Kleidchen spielen eher mit Barbie-Puppen. Bis auf wenige Ausnahmen scheint dies der gesellschaftliche Konsens zu sein, nach dem wir alle aufgewachsen sind. Etwas dazwischen? Gab’s lange nicht.

Ausgerechnet Mattel – die Erfinder der Barbiepuppe in den 60ern des letzten Jahrhunderts – könnten dem nun Abhilfe schaffen. Im September dieses Jahres kam eine Spielfigur aus dem Hause Mattel auf dem Markt, die für alle Kinder sämtlicher Gender-Zugehörigkeiten zum Spielen gedacht ist. 

Die Besonderheit daran: Die Figuren aus der “Creatable World”-Serie verfügen – anders als ihre vollbusige und blonde Vorgängerin Barbie – über keine spezifisch weiblichen und/oder männlichen Merkmale. Die Bewertungen der Verbraucher bei Amazon oder unter Youtube-Videos sind allerdings durchwachsen. Einige proklamieren, dass “Creatable World” nur eine neue Form der Gehirnwäsche für Kinder sei und Kinder sich selten Gedanken über Genderzugehörigkeiten machten.

Menschen, die die Idee Mattels positiv bewerten, schätzen die androgyne Gestalt, das neutral gehaltene Gesicht und die Möglichkeit, die Frisuren von kurz nach lang zu variieren. Die fehlenden geschlechtlichen Ausprägungen im Gegensatz zur klassisch sehr weiblichen Barbie oder ihrem männlichen Pendant Ken seien ohnehin näher an den spielenden Kindern dran. Zudem erlaube dies den Kindern, mit nur einer Figur verschiedene Persönlichkeiten zu entwerfen. Mit der passenden Kleidung – nach welcher auch immer sich das Kind beim Spielen fühlt.

Eine Spielfigur ohne Gender – für alle Gender

Auch bei den Verbrauchern kommen die Figuren gut an. Sie erleichtern es den Kindern, sich beim Spielen frei zu entfalten. Foto: Creatabale World © Mattel.

Heute heißt die Spielfigur vielleicht Lisa und trägt lange Haare und Rock, morgen wiederum heißt sie Mark und trägt kurze Haare und Hose. Übermorgen ist es vielleicht nach wie vor Mark, aber eben mit kurzen Haaren und Rock. Die Figur hat keinen vorgesehenen Look, keinen festgelegten Namen wie Barbie, Theresa oder Ken. Sie kann heute Barbie sein, morgen Ken, und dann wieder jemand, der sich weit abseits von all diesen Rollen bewegt. Wenn wir Kindern schon im Kindergarten-Alter beibringen könnten, dass das biologische Geschlecht nicht bestimmt, wie man sich kleiden, wie man seine Haare tragen und sich fühlen sollte, vielleicht gelingt es dann, die noch allzu einzementierten Geschlechterrollen aufzuweichen. Bis sie eines Tages niemandem mehr im Wege stehen. 

Mehr zum Trend Multiple Gender in unserem gleichnamigen Kompendium.

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