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Foto: Jorge Saavedra

Foto: Jorge Saavedra

Menschenrechte für alle, außer für Transmenschen

Die Trump Regierung plant Transmenschen nicht mehr anzuerkennen. Damit steht sie dem Ziel einer offenen und vielfältigen Gesellschaft mehr denn je im Wege.

In Zeiten, in denen Facebook 72 Möglichkeiten bei der Geschlechtsauswahl bietet und mehr als eine Million Posts unter dem Hashtag #diversity auf Instagram zu finden sind, würde man denken, dass es heutzutage selbstverständlich ist, sich außerhalb der binären Geschlechtsidentitäten zu positionieren. Zu Obama-Zeiten war die Hoffnung berechtigt. Der Ex-Präsident der Vereinigten Staaten sorgte für mehr Gerechtigkeit im Bildungs- und Gesundheitswesen: Jeder, der sich jenseits der konventionellen Rollenzuschreibungen definierte, konnte sein Geschlecht individuell aussuchen und musste sich nicht mehr durch das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht bestimmen lassen. Das heißt in der Praxis, dass man – ähnlich wie bei Facebook – neben weiblich und männlich auch andere Kästchen ankreuzen konnte.

(K)Ein Schritt nach vorne, fünf Schritte zurück

Laut einem Medienbericht vom 21. Oktober 2018 zieht die Trump-Regierung in Erwägung, Transmenschen nicht mehr offiziell anzuerkennen. Diese Entscheidung würde den bedeutenden Schritt, den Obama gegangen ist, wieder rückgängig machen. Dem betreffenden Papier zufolge, das der New York Times vorliegt, könnte es in der amerikanischen Zukunft wieder nur zwei behördlich anerkannte Geschlechter geben. Das Gesundheitsministerium schlägt vor, das Geschlecht aufgrund der Genitalien bei der Geburt festzulegen. Dies würde für circa 1,4 Millionen Transmenschen in den USA bedeuten, dass sie offiziell nicht mehr existieren. 

Foto: Yoav Hornung

Meanwhile in Ungarn…

Während Trumps populistische Regierung sich gegen den Fortschritt entscheidet, verbietet die ungarische Regierung den Studiengang Gender-Studies (Geschlechterforschung) an staatlichen Universitäten. Die Begründung? Laut dem rechtskonservativen Ministerpräsidenten Viktor Orbàn sei die Nachfrage der Absolventen zu gering. Hinzu kommt, dass Geschlechtsforschung für die Vertreter der Regierung als eine Bedrohung des traditionellen und christlichen Familienbildes wahrgenommen wird. Was im August noch diskutiert wurde, ist jetzt offiziell: Die Geschlechterforschung wird an staatlichen Unis abgeschafft.

Inklusion statt Exklusion

Unter dem Hashtag #wontbeerased werden auf Instagram bis zu 16.000 Posts angezeigt, die ein Zeichen setzen sollen. Transmenschen sind eben auch Menschen und in einer idealen Welt sollten sie dieselben Rechte haben, wie alle anderen. Das Ziel: eine ausgewogene Repräsentation aller Geschlechter in unsere Gesellschaft und ein diversitäres Gesellschaftsbild. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber wenn die US-Regierung Transmenschen ihre Rechte entnehmen, besteht die Möglichkeit, dass andere Regierungen dem Beispiel folgen.

Das finden wir alles andere als zukunftsweisend und hoffen, dass die Proteste auch die Trump-Regierung zum Umdenken anregen.

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Remember that this is not just an attack on trans people with a colonial-racist definition of biological sex. Remember that this is a political move that takes the trans community as a chess piece to wage a larger ideological battle against self-definition and bodily autonomy for all of us. Remember that those in our community disproportionately affected by this decision will be those at the intersectional margins: poor trans folks, trans people of color, trans children and teens, and intersex folks. Remember that our identities are being used here to meet other means: as the brilliant @julianahuxtable wrote some days ago, “a feeling that the historionics of trans panic are being used to stage an ideological high stakes theater soliciting trans ppl to perform our marginality for the public…trans issues being centered and inflated to suit a growing demand for liberals to have an easy cause with which to confront a political crisis that in reality is not centrally about trans people at all…” Remember that trans people have always been around, and have always been marginalized by Western settlers in North America. Remember that we are strong, smart and important – not only beautiful – our stories have an integral meaning to the development of a healthy culture beyond their sale in political hysteria. Love to all my trans siblings and please please feel welcome to reach out to me if you want to chat, or vent, or simply want someone to talk to. I need it too! We are not alone and this political theater trash will not prevent us from being and living and thriving. Love, power and solidarity to all of my trans family 💜✊🏿💜✊🏽💜✊🏻💜

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Mehr zu diesem Thema findest du in unserem Kompendium Multiple Gender.

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