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Startup-Metropole Hamburg: Der Hafen der Zukunftspioniere

Berlin muss sich warm anziehen. Die Stadt der Elbphilharmonie ist im Begriff, sich an die Spitze der deutschen Gründerszene zu setzen und den Ton für die Zukunft anzugeben.

Berlin gilt zwar international als unangefochtenes Zentrum der deutschen Startup-Branche, ihren Ruf verdankt die Hauptstadt allerdings auch ausgezeichneter PR. Die Spreemetropole erklimmt laut KfW-Gründungsmonitor 2018 nur ganz knapp die Spitze der Rangliste der Städte mit den meisten Unternehmens-Neugründungen, dicht gefolgt von Hamburg. Im Jahr zuvor lag die Hansestadt sogar auf Platz 1 mit 253 Neugründungen je 10.000 Einwohner – Berlin hingegen konnte nur 238 zählen.

In unaufdringlich-nordischer Manier hat sich Hamburg in den letzten 15 Jahren zu einem Knotenpunkt deutscher Zukunfts- und Innovationskultur entwickelt. Und genau diese macht der selbstsicheren Berliner Szene zunehmend Konkurrenz.

„Der typische Hamburger ist Trends gegenüber zunächst einmal distanziert. Hat er sich einmal von ihnen überzeugt, dann steht er mit Herz und Seele dahinter”, berichtet Alexander Kaiser, Gründer und CEO der Hamburger w3alpha GmbH, dem Startup-Monitor 2018. „Die Startup-Szene in Hamburg wächst rasant: Mehr Meetups, Co-Working-Spaces und Events animieren zum Umdenken, Gründen, Unterstützen und Teilen.”

Die Metropolregion bietet aufgrund ihrer lebendigen Geschichte als multikulturelle Hafenstadt und bedeutsamen Stützpunkt traditioneller Wirtschaftszweige wie Medien, Handel und Luftfahrt einen Nährboden für den Jungunternehmer-Geist, der in dieser Form in Deutschland einzigartig bleibt.

Stich Hamburg 1641.

Ein Stich von Hamburg aus dem Jahr 1641. Foto: Matthäus Merian.

Vom Wissenshafen …

Hamburgs 1.000-jährige Entwicklung von einem Schiffsanlegeplatz an der Alster mit Hafenrecht hin zum größten Containerhafen Deutschlands, ist nicht nur eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte, sondern die Geschichte einer Stadt, die als Ziel (Schiffs-)Reisender aus aller Welt stets ein weltoffenes und vielseitiges Gesicht zeigte. Durch die multikulturellen und internationalen Einflüsse des Hafens bündelt die Stadt seit jeher Kenntnisse aus aller Welt: ein Wissenszentrum, in dem internationale Blickwinkel aufeinandertreffen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der anschließenden wirtschaftlichen Neuausrichtung der Bundesrepublik erkannten verschiedene nationale und internationale Großunternehmen die Vorteile des Wissenszentrums Hamburg. Die niederländische Firma Philips hat seit dem Jahr 1946 ihre deutsche Hauptzentrale in Hamburg; auch deutsche Konzerne wie Airbus, Siemens, Otto oder Verlagshäuser wie die ZEIT und die Spiegel-Gruppe, zog es an die Elbe. Wissen wird in Hamburg jedoch nicht nur gebündelt, sondern auch vermittelt. Die Universität Hamburg gehört zu den renommiertesten Hochschulen Deutschlands und befindet sich laut dem Times Higher Education Ranking 2019 unter den 150 besten Hochschulen weltweit.

Hamburger Hafen

Der Hamburger Hafen im Eis. Foto: Charles Fuchs.

… zum „Hamburger Valley“.

Bevor jedoch die Startup-Pioniere Einzug hielten, landeten bereits die US-amerikanischen Tech-Giganten in der Hansestadt und etablierten Hamburg ab Beginn der 2000er Jahre, neben den schon ansässigen Branchen (Medien, Handel, Luftfahrt etc.) als wichtigen IT-Standort in Deutschland. Google öffnete im Jahr 2001 Büros in Hamburg; Facebook, Twitter, Microsoft und Neuzugänge der Tech-Dienstleister wie Airbnb folgten in den 2010er Jahren. Hamburg wurde so zunehmend zum attraktiven und lukrativen Wohnort mit hanseatisch-freundlichem Charme.

Das erste erfolgreiche Produkt des Hamburger Gründungsgeists war Qype im Jahr 2005. Das Hamburger Web-2.0-Unternehmen bot einen Mix aus City-Guide und sozialem Netzwerk mit lokalen Tipps, Rezensionen und Empfehlungen der Qype-Community. Die Website zählte nach eigenen Angaben 22 Millionen monatliche Nutzer*innen, bevor das Unternehmen im Jahr 2012 für über 50 Millionen US-Dollar an den Konkurrenten Yelp verkauft wurde.

Hamburg

Foto: W. Heuer

Startup-Standort Hamburg als Zukunftschance, …

Heute haben rund 700 Jungunternehmen mit 6.000 Mitarbeitern ihren Sitz in Hamburg und machen die Stadt vor allem in den Branchen eGaming (Goodgame-Studios), Werbe- und Marketing-Technologie (Smaato), eCommerce und Retail (About You), und FinTech zum Standort mit Zukunftsperspektive. Laut des Fin-Tech-Monitors arbeiten allein 42 Unternehmen in dem aufstrebenden Startup-Sektor, der versucht, die Finanzbranche, ihre Dienstleistungen, Vorgänge und Methoden durch innovative Technologien zu verbessern.

Das Startup Gymentry der Jungunternehmer Nicholas Fechtner und Robert Schäfer ist ein Beispiel für den unkonventionell-innovativen Gründergeist der Hamburger Szene. Das im Jahr 2015 gegründete Unternehmen bietet einen Service an, der es Nutzer*innen ermöglicht, spontan das Fitnessstudio zu besuchen – ohne Vertrag oder Anmeldung. Die App findet das passende Studio. Das Wiener Unternehmen Eversports erkannte im letzten Jahr das Potenzial der Idee und kaufte die Fitness-App für Spontan-Motivierte. Die Verkaufssumme blieb dabei unbekannt. Mittlerweile macht Robert Schäfer das Unternehmen Healthentry und positioniert sich als Gesundheitsexperte.

Hamburg

Foto: Christoph Mahlstedt

… die auch die Politik erkennt

Auch die Politik hat mittlerweile die vielversprechende Dynamik des Startup-Standorts Hamburg erkannt. Im letzten Jahr wurde durch die im Jahr 2013 gegründete Hamburger Innovations- und Förderbank das 100. Startup unterstützt. Das geförderte Unternehmen namens CellmatiQ entwickelt eine Software-Plattform, welche die automatische diagnostische Analyse medizinischer Bilddaten mithilfe Künstlicher Intelligenz ermöglicht.

„Hamburg bietet hervorragende Rahmenbedingungen für Gründerinnen und Gründer”, äußert Bürgermeister Peter Tschentscher bei der Übergabe der Innovationsförderung. „Talente aus der ganzen Welt kommen nach Hamburg, um aus ihren Ideen innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln.“

Startups bieten neue wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten für Hamburg. „Sie entwickeln innovative Produkte und Dienstleistungen, unterstützen damit den technologischen Fortschritt, erschließen neue Märkte und stärken die Wettbewerbsfähigkeit“, so Tschentscher.

Foto: Jörg Angeli

Die neue Wahlheimat deutscher Innovationskultur (?)

Im Gegensatz zu Berlin befinden sich eine Mehrzahl der Jungunternehmen noch in der Wachstumsphase. Für Investoren bieten sich so am Ideen-Standort Hamburg durch die Zuwendung der Politik, in Kombination mit der örtlichen Nähe zu Big Playern verschiedener Industrien wie Google, Airbus oder Philips, ungenutzte Potenziale für Wachstum und Wissenstransfer. All dies sind entscheidende Faktoren, die Hamburg in Zukunft an die Spitze der deutschen Wirtschaft und Innovationskultur setzen können.

„Als Gründer ist Hamburg für mich zur Wahlheimat geworden”, berichtet Alexander Kaiser. „Denn es gibt für jedes „Fast-Produkt“ einen Markt, die notwendigen Unterstützer, ehrliche Kritik und die Möglichkeit, über die Grenzen Hamburgs hinauszudenken.”

 

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