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Umweltschutz ist schwul? Warum Gender-Stereotypen der Umwelt schaden

Eine amerikanische Verhaltensstudie hat ergeben, dass heterosexuelle Männer lieber zur Plastiktüte greifen, da sie befürchten, dass sie umweltschützendes Verhalten als homosexuell darstellt. Ein Beispiel wie Geschlechterrollen dem Umweltschutz im Weg stehen können.  

Die Geschlechterforschung bringt die Medienwelt mit neuen Erkenntnissen ins Grübeln. Eine neue Studie der US-amerikanischen Penn University mit dem Titel “Gender Bending and Gender Conformity: The Social Consequences of Engaging in Feminine and Masculine Pro-Environmental Behaviours” fand heraus, dass Männer möglicherweise nicht gewillt sind, umweltschützende Aufgaben wie Recycling oder die Verwendung von Mehrwegbeuteln zu übernehmen, da sie diese Verhaltensweise als „geschlechtsspezifisch“ feminin empfinden. Die Studie befragte insgesamt 960 Teilnehmer – Männer und Frauen – um zu beurteilen, ob sich umweltfreundliche Aktivitäten distinktiv “weiblich” oder “männlich” anfühlen. Dabei fand die Studie heraus, dass bei den männlichen Testpersonen die Angst vorherrschte, für homosexuell gehalten zu werden, wenn sie sich auf angeblich “geschlechtswidrige” umweltschützende Aufgaben einlassen.

Hierbei ist es interessant zu beobachten, dass Menschen in unserer Gesellschaft eine Verbindung zwischen unseren Geschlechterrollen und dem individuellen Umweltbewusstsein herstellen. Anhand der Studie wurde festgestellt, dass Männer sich am ehesten sozial von nonkonformen geschlechtsspezifischem Verhalten distanzieren. Bedeutet das also, dass Männlichkeit , wie sie im breitesten Sinne in unserer Gesellschaft definiert wird, heterosexuelle Männer daran hindert, sich für die Umwelt einzusetzen? Laut der Studie schon. 

Heterosexuelle Männer nehmen lieber eine Einweg-Plastiktüten als eine Textil-Tragetatsche für ihre Einkäufe. Foto: John Karlo Mendoza.

“Wenn es für eine Person wichtig ist, als heterosexuell angesehen zu werden, hat Geschlecht konformes Verhalten Vorrang vor nonkonformen Verhaltensweisen”, äußerte sich die forschungsleitende Professorin Janet Kim. Denn unser Verhalten gibt nicht nur Auskunft darüber, was wir gerade tun, es gibt unserer Umwelt auch weitestgehend zu verstehen, wer wir sind und welche Werte wir vertreten. So wird die Außenwirkung des eigenen Verhaltens stets hinterfragt. 

Warum Gender Diversity für eine positive Zukunftsentwicklung nötig ist!

Das Anerkennen diverser Geschlechter und das Aufbrechen von “typisch männlichem” und “typisch weiblichem” Verhalten ist in der gegenwärtigen Zeit nicht nur viel diskutiert, sondern wie die Studie erkennen lässt, äußerst wichtig für unser Klima. Wenn wir unser Verhalten weiterhin von Geschlechterkonformität einschränken lassen, limitiert man sich nicht nur in seiner persönlichen Entfaltung. Sondern schadet schlussendlich unserer Umwelt und unserem Klima.

Letzten Endes sollte man bei dieser Meldung beachten, dass diese Studie in Amerika durchgeführt wurde und somit auch das Umweltkonzept von Amerikanern widerspiegelt. Da bleibt es unter der Hand von Trump wenig überraschend, dass das Verantwortungsgefühl für den Schutz unserer Umwelt bei der breiten Masse nicht sonderlich ausgeprägt ist.

Wenn ihr diese Themengebiete vertiefen wollt, können wir euch zur Vertiefung unsere Kompendien Eco-Identity und Multiple Gender empfehlen.

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