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Und wenn wir morgen aussterben? – Extinction Rebellion gehen auf die Barrikaden für eine Klima-Revolution

Eine engagierte Klimaschutz-Organisation macht mit ihren friedlichen und kreativen Demonstrationen europaweit auf sich aufmerksam. Alles, um auf die Dringlichkeit einer Änderung der Gesetze zum Klimaschutz hinzuweisen. Doch trotz der Radikalität von Extinction Rebellion sehen sie Polizei und Politik ebenfalls als Betroffene und nicht als Gegner.

Revolutionäre Energien sind wichtig und liefern den nötigen Anstoß, um für nachhaltige Veränderung zu sorgen. Wie würde unser Geschichtsverlauf ohne Revolutionen aussehen? Man stelle sich vor: Wenn es die Französische Revolution nicht gegeben hätte, würde es vielleicht heute keine demokratische Verfassung oder eine Gewaltenteilung geben, so wie wir sie kennen. 

Knapp 230 Jahre später schreit es nun nach einer Klima-Revolution. Da kommt die dezentrale Bewegung Extinction Rebellion ins Spiel. Eine aufrüttelnde Klimaschutz-Organisation mit ausreichend revolutionärer Energie, die sich an Menschen aller Länder und Bevölkerungschichten wendet. Angefangen hat alles mit einer Demonstration im Mai 2018 in London. Von Großbritannien ausgehend breitete sich die Bewegung über ganz Europa aus und ist in Deutschland allein in über 80 Ortsgruppen vertreten. 

Drei Ziele von Extinction Rebellion

Der Name verrät es: Sie starten eine Rebellion gegen das Aussterben unseres Planeten und allem Leben. Die gewaltfreien Demonstrationen der Organisation verfolgen drei Ziele: Sie fordern, dass die Regierung die Wahrheit über die ökologische Krise offenlegt und den Klimanotstand ausruft. Diese Dringlichkeit muss von allen gesellschaftlichen Institutionen und den Medien kommuniziert werden. Darüber hinaus betonen sie, dass die Regierung jetzt handeln muss, um das Artensterben zu stoppen und die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2025 auf Null zu senken. Als letztes fordern sie eine Bürgerversammlung, um die Bevölkerung demokratisch in den Prozess einzubeziehen. 

Teilnehmer von Extinction Rebel in London, im November 2018. Ein wichtiges Detail: Das deeskaliernde Schild auf dem steht: “Tut uns leid, es dauert auch nicht lange.” Foto: David Holt

“We need radical action, now!” 

Laut Extinction Rebellion gibt keinen Puffer mehr, um ein letztes Mal beim Gemüseeinkauf gedankenlos zur Plastiktüte zu greifen, ein letztes Mal in den Urlaub zu fliegen oder doch wegen des Regens mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Viele Menschen gehen nach wie vor so automatisiert durch ihren Alltag, dass erst bei der Selbstkontrolle auffällt – die Dringlichkeit sein Verhalten zu ändern, ist noch nicht in unseren Köpfen angekommen. 

Im Vergleich zu Fridays For Future wird nicht nur mit Schildern marschiert, sondern – wie sie betonen – radikaler für den Klimaschutz demonstriert, ohne dabei aggressiv oder gewalttätig zu werden. Radikal sind lediglich die Handlungen, die sie vollziehen.  So finden in Berlin seit Montag, dem 7. Oktober an mehreren Orten Proteste statt, bei denen an mehreren Knotenpunkten der Stadt der Verkehr durch Flashmobs, Sitzblokaden oder Ankettungsaktionen ruhig gestellt wird. Der Auftakt erfolgte am Montag mit der Lahmlegung des Kreisverkehrs an der Berliner Siegessäule. Dort hielt Seenotretterin Carola Rakete auf einer aus Holz errichteten Arche eine bewegende Rede, in der auch sie zu klimaverträglichem Handeln aufruft. In London resultierte die Ausdauer der Demonstranten tatsächlich in den Ausruf des Klimanotstandes seitens des Parlaments.

Ob die Protestwoche in Berlin ebenso erfolgreich zu Ende geht, bleibt abzuwarten. Wer sich zukünftig mit Extinction Rebellion engagieren möchte, findet hier mehr Informationen zu anstehenden Demos, Treffen und möglichen Aufgaben innerhalb der Organisation.

Foto im Header: Jana Eriksson – CC BY 2.0

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