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Vom Kleingeldheld zum Anlage-Profi – ein Blog erklärt die wichtigsten Finanztricks

Was mache ich am besten mit meinem Geld, um es zu vermehren? Wie lege ich möglichst risikoarm an und was sind die besten Sparmethoden? Auf der future.challenge hatte ich die Gelegenheit Marian Kopocz von Kleingeldhelden.com einige Fragen über unseren Umgang mit Geld zu stellen.

Wie ist Dein Eindruck von der future.challenge?

Ich finde die Idee sehr spannend, da ja nicht nur der Bankensektor vor riesigen Umwälzungen steht. Viele andere Bereiche versuchen jetzt aus dem analogen ein digitales Geschäftsfeld aufzubauen. Die Frage lautet: Wie schafft man es, sein Business-Konzept in eine App zu übertragen? Auch in meinem durchweg analog geprägten Zeitschriftenbereich ist dies ein Problem. Wie verbindet man am besten Print mit Online? Daher finde ich es super, dass die future.challenge stattfindet und junge Menschen miteinbindet. Sie können neue Impulse geben und später mit den Experten überlegen, was man davon umsetzen kann.

Hast du denn selbst Vorschläge, wie man das Banking von heute optimieren könnte?

Banken sollten meiner Meinung nach zum Beispiel eine gute App anbieten. Heutzutage ist das extrem wichtig– so lassen sich die einfachen Dinge wie Überweisungen tätigen oder  eine Kontenübersicht auf Knopfdruck anzeigen. Es ist sehr praktisch, dass man einfach mit dem Smartphone in Geschäften bezahlen kann und es dort keine Hindernisse gibt. International beim Reisen bestehen nach wie vor große Hürden, da häufig immer noch hohe Gebühren anfallen. Bei dem Verbraucher trifft das auf absolutes Unverständnis: Alles wird online abgewickelt, wieso muss ich dann in einem anderen Land so viele Gebühren noch draufzahlen? Schön wäre auch, wenn man das angestaubte Bank-Design zukünftig moderner gestalten könnte. Apps können dafür eine wichtige Bereicherung sein.

Warum glaubst du haben so viele junge Menschen keine Ahnung von Finanzen?

Es ist ein kompliziertes und oft eher unangenehmes Thema. Mit Finanzen verbinden wir Verpflichtungen und Zahlungen und sehen kaum die positiven Aspekte darin. Dabei kann man überlegen, wie man sein verdientes Geld für sich arbeiten lassen kann. Man kann es anlegen oder auf die Seite legen, um sich einen schönen Urlaub zu gönnen. Es bietet viele Chancen, und doch haben wir noch einen negativen Blick darauf. An Schulen oder an der Universität lernt man bedauerlicherweise kaum etwas über Finanzen. Daher bleibt das Thema für viele fremd, einige entwickeln sogar eine Angst davor. Wenn man das Thema allerdings besser kennenlernt, verschwindet die Angst und die Menschen erkennen, dass das Wissen über die Finanzwelt Chancen bietet. Und genau das versuche ich mit anderen zu teilen.

Foto: Alicia Kassebohm.

Bist du in deiner Familie der Finanz-Guru? Wirst du oft um Hilfe gebeten?

Auf jeden Fall. Meine Mutter hat mich zum Beispiel um Hilfe gebeten, als es darum ging Geld anzulegen, mittlerweile ist sie sogar besser darin, als ich! Sie hat sich eine Variante ausgesucht, die für sie funktioniert und bei der sie bleibt. Ich probiere dagegen gerne Methoden aus. Da kann es passieren, dass die dann auch mal nicht das gewünschte Ergebnis bringen.

Was würdest du jemandem empfehlen, der gerade sein erstes Gehalt bekommt? Wie lautet der erste Schritt?

Eigentlich ganz simpel: Wenn du dein erstes Gehalt bekommst schreibst du auf, was du bekommst, was du ausgibst und wofür. Zum Beispiel für die Miete, Lebensmittel und Freizeit. Nach zwei Monaten überprüfst du, wieviel Geld übrigbleibt. Was könnte man jetzt noch an Ausgaben eindämmen, falls du mehr sparen möchtest? Das übrige Geld legst du zur Seite und baust dir eine Reserve auf. Zielführend redet man immer von zwei bis drei Netto-Gehältern, die man gespart haben soll. Das dauert aber auch ein wenig. Danach, wenn du dir etwas angespart hast, kannst du anfangen ab 25 Euro im Monat Geld anzulegen.

Im Ausland kursiert der Begriff der German Angst. Sollten wir Deutschen mehr wagen?

Ja, das würde ich schon sagen! Die Entscheidung zu treffen, Geld anzulegen bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Ich möchte in meinem Blog die Chancen aufzeigen, die eine Geldanlage bietet. Die Deutschen werden häufig von der Vorstellung beherrscht, dass die Börse und Geldanlegen gefährlich ist. Man kann praktisch nur verlieren. Das wird durch Unwissenheit geprägt, weil viele Menschen nicht genau wissen, was an der Börse passiert. Man hört meistens nur, wenn Aktien abstürzen und selten, dass etwas gut läuft. Es gibt natürlich immer wieder Krisen, darauf muss man sich einstellen. Aber die Devise lautet: dranbleiben!

Da gibt es Statistiken, die belegen, dass beim DAX in einer Zeitspanne von 10 Jahren noch kein Minus gemacht wurde. Selbst wenn man in der Finanzkrise 2007 angelegt hat, ist man heute wieder weit im Plus. Es gibt auch Anlegemöglichkeiten die risikofreier sind, als die Börse. Zum Beispiel das Tagesgeld-Konto. Aktuell bringt es noch zu wenig Zinsen, aber das kann sich in ein paar Jahren wieder ändern. Da gibt es dann weniger Gewinn, aber das ist ja in Ordnung.

Auf welche Zukunftstechnologie würdest du dein Geld setzen, wenn du eine halbe Million Euro hättest?

Ich glaube, zukünftig wird das Thema Gesundheit sehr wichtig sein. Auch E-Health mit all den damit verbundenen digitalen Möglichkeiten im Gesundheitsbereich. Dann würde ich noch in Robotic und Automation investieren. Dabei geht es um den Einsatz von Robotern bei automatisierten Arbeitsabläufen, zum Beispiel in der Automobilindustrie. Dort arbeiten im Vergleich zu Früher nur noch sehr wenige Menschen. Das werden die Trends der nächsten Jahre sein, die wahrscheinlich immer stärker wachsen werden.

In eurer Redaktion sitzen vier Autoren. Fungierst du dabei als Chefredakteur und wie funktioniert eure Struktur als Team?

Bei uns ist es so, dass wir alle Themen im Team absprechen und uns viel miteinander austauschen. Ich denke, dass es bei manchen Themen wichtig ist, dass am Ende jemand die Entscheidung trifft. Ansonsten bin ich dafür, dass man alles im Team bespricht und die Meinung der anderen jeweils dazu hört. Um weiterzukommen ist es wichtig, dass am Ende einer alle Vorschläge berücksichtigt, die endgültige Entscheidung jedoch umsetzt. Jedes Teammitglied ist bei uns von großem Wert. Ohne mein Team würde Kleingeldhelden nicht funktionieren.

Ich habe in deiner Autorenbeschreibung gelesen, dass du vor dem Schlafengehen gerne dein Kleingeld zählst. Was machst du, wenn es kein Bargeld mehr gibt?

Es wäre gut, wenn es das Bargeld noch ein wenig länger gäbe. Ein paar Länder wie Schweden haben das Bargeld bereits größtenteils abgeschafft. Ich bezahle zwar auch gerne mit dem Smartphone oder der Kreditkarte, da es wirklich schnell geht. Nichtsdestoweniger wäre es gut beide Möglichkeiten zu behalten. Es ist nicht unbedingt notwendig das Bargeld zu behalten, aber ich würde mich ohne Barzahlung eingeschränkt fühlen. Das ist einfach eine Gefühlssache.

Meinst du das Gefühl für Geld würde damit verloren gehen?

Ja! Denn so sind die Zahlen, die meinen Kontostand anzeigen, nur Zahlen. Das Geld liegt ja nicht physisch bei der Bank. Es ist ein Guthaben, dass dir ausgezahlt wird. Ich glaube, Bargeld bedeutet für manche Menschen einfach noch Sicherheit. Man hat sein Geld in der Hand und es kann einem in dem Moment auch keiner nehmen. Das ist den Menschen näher, als wenn sie nur digital zahlen. Für viele ist das digitale Zahlen noch ein wenig abstrakt.

Gewinnst du mit deinem Gefühl für Finanzen oft bei Monopoly?

[lacht] Nicht mehr als meine Freunde oder Familie. Das ist eine witzige Frage. Mir ist noch nicht aufgefallen, dass ich häufiger gewinne. Was ich immer mache: Wenn es darum geht Häuser und Hotels zu kaufen, sollte man immer direkt viel Geld in beide investieren. Dann hat man viele Häuser und kriegt dadurch mehr Miete. Wenn man investiert, bekommt man auch mehr zurück.

Glaubst du, dass Reichtum die Menschen glücklich macht?

Nein, das glaube ich nicht. Es ist schön, wenn man ein wenig mehr Geld hat, sodass man nicht an jedem Monatsende in Bedrängnis kommt und unter Existenzangst leidet. Es wird auch in der Wirtschaftswissenschaft gelehrt, dass Lottogewinner ein Jahr nach ihrem Lottogewinn, genauso glücklich sind, wie vor ihrem Gewinn. Man gewöhnt sich an das Geld und braucht wieder einen neuen Impuls. Mein Ziel ist es nicht reich zu werden, sondern ein wenig mehr Geld auf der Seite zu haben, sodass ich mir nicht ständig Gedanken machen muss.

Danke für das Gespräch!

Mehr zum Tipps für eure Anlagestrategien findet ihr auch bei Deutsche Bank

Fotos von Alicia Kassebohm. 

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