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Ernährungstrend Intervallfasten: Die älteste Diät der Welt

Intervallfasten: Das ist schlank sein leicht gemacht. 16 Stunden fasten und acht Stunden so viel essen, wie man will – theoretisch. Das klingt traumhaft und schrecklich zugleich.

Seit dem BBC-Dokumentarfilm „Eat Fast, Live Longer“ aus dem Jahr 2012 und der Veröffentlichung von Ernährungsbüchern wie „The Fast Diet“ von Michael Mosley wurde das Intervallfasten in den letzten Jahren schlagartig populär.

Dabei stellt Intervallfasten eigentlich keine Neuheit dar. Muslime essen während des Ramadans nur im kurzen Zeitfenster von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang. Zisterziensermönche im Mittelalter aßen nur mittags und abends eine Mahlzeit. Und jede*r steinzeitliche Jäger*in und Sammler*in musste hungern, bis er oder sie erfolgreich war. Intervallfasten ist quasi die älteste Diät der Welt. 

Das Ernährungsbuch “Eat Stop Eat” von Brad Pillon beschreibt, wie Intervallfasten, oder intermittierendes Fasten, den Zucker- und Fettstoffwechsel im Körper positiv beeinflussen kann. Unser Insulinspiegel sinkt, wenn wir keine Zwischenmahlzeiten einnehmen, und unsere Fettzellen fangen daraufhin an, den in ihnen gelagerten Zucker als Energiequelle freizugeben. In der Folge verbrennen wir Fett.

Intervallfasten stelle eine Möglichkeit des Gewichtsverlustes dar, der ohne Kalorienzählen oder Verzicht bestimmter Lebensmittel auskommt, erklärt Professor Krista Varady, Co-Autorin einer neuen Studie zur Wirksamkeit von Intervallfasten der Forschungsplattform Sciencedaily bei der University of Chicago. 

Das klingt erst einmal wie die Wunderdiät, nach der wir alle gesucht haben. Wäre da nicht der Fakt, dass man 16 Stunden fasten muss …

Und jede*r steinzeitliche Jäger*in und Sammler*in musste hungern, bis er oder sie erfolgreich war. Intervallfasten ist quasi die älteste Diät der Welt.  Gemälde: “Cave life in the Palaeolithic period” von Carl Arriens (1869 – c. 1930)

Nimmt man mit Intervallfasten wirklich mehr ab als bei anderen Diäten?

In Kombination mit gesunder Ernährung und gesundem Lebensstil ist Interfallfasten eine effektive Form der Gewichtskontrolle. Doch der Verzicht auf eine ganze Mahlzeit am Tag fällt vielen Menschen schwer, schreibt Monique Tello für den Harvard Health Blog. Außerdem, betont die Expertin, sei der Gewichtsverlust nicht unbedingt größer als bei vergleichbaren Diäten.

Für viele Menschen scheint die Selbstgeißelung also einfach keinen Sinn zu haben. Beim Gedanken, morgens das Haus zu verlassen – ohne gutes Frühstück oder nur einen kleinen Schluck Milch im Kaffee – zucken die meisten wahrscheinlich nervös zusammen. Man könnte auch weniger essen oder mal Sport machen… Doch geht es beim Fasten nicht nur ums Abnehmen.

Eine neue Studie legt nahe, dass der genaue Zeitpunkt des Fastens der Schlüssel sei, um die Ernährungsmethode nicht nur realistisch und nachhaltig zu gestalten, sondern auch mehr als nur Fettreduktion zu erzielen.

Foto: Oscar Keys

Fasten als Pause-Knopf für den Körper

Die Studie der University of Alabama fand heraus, dass der genaue Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme von großer Bedeutung ist. Ein morgendliches Intervallfasten senkt nachweislich die Insulinsensitivität, den Blutdruck, das Stresslevel und den Heißhunger. Daraus ergeben sich positive Langzeiteffekte, wie zum Beispiel die Minderung der Gefahr von Herzkrankheiten und Diabetes.

Das heißt also in etwa: Ein reichhaltiges Frühstück schützt vor einem Herzinfarkt – wenn man dafür das Abendessen weglässt. Das ist definitiv nichts für Jedermann/frau. Unser Kompendium über Longevity verdeutlicht die Auswirkungen, die Fettleibigkeit heutzutage auf ein langes, gesundes Leben haben kann. Wir essen zu viel, und zu viel schlechtes. Fasten kann der Schlüssel für ein längeres, aber auch ein bewussteres Leben sein.

Denn wichtig ist, was dabei im Kopf passiert. Fasten, egal in welcher Form, funktioniert wie ein körperlicher Pause-Knopf. Gerade deshalb ist es Bestandteil der spirituellen Selbstreflexion vieler Religionen. Ernährungsmethoden wie Intervallfasten können heutzutage auch eine Möglichkeit sein, unseren Konsum noch einmal zu überdenken und uns bewusster zu ernähren.

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