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Foto: supernatural.

Supernatural: Das VR-Workout, dass dich mitten in der Natur trainieren lässt

Das VR-Spiel “Supernatural” kombiniert auf den ersten Blick alles, was du dir von einem Workout wünscht: eine aufregende Umgebung und herausfordernde Übungen. Doch wie effektiv sind VR-Workouts wirklich? 

Du findest dich auf dem stürmischen Gipfel eines verschneiten Berges wieder und blickst über das weite Tal, was sich vor dir erstreckt. In deinen Händen hältst du zwei lange Schläger, dein Augenmerk liegt auf dem Horizont. Plötzlich siehst du mehrere Bälle in rasendem Tempo auf dich zu schießen, du reißt deine Arme in die Höhe und zerschlägst jeden einzelnen Ball mit großer Wucht in der Luft. Das klingt anstrengend? Ist es auch. In der Ferne klingelt ein Wecker. Du hebst deine Hände an dein Gesicht, ziehst die VR-Brille ab und findest dich verschwitzt in deinem Schlafzimmer wieder. 

So in etwa fühlt sich das VR-Spiel Supernatural wohl an. Dieses entführt die Spieler*innen in faszinierende Spielwelten mit sagenumwobenen Landschaften. Dort erwarten einen anspruchsvolle Spielbewegungen, die zum ganzheitlichen Erlebnis beitragen. Ist man erst mal in die Spielwelt von Supernatural eingetaucht, wird man von verschiedenen virtuellen Coaches dazu angehalten, Übungen zu machen, bei dem die Arme, Beine oder sogar der gesamte Körper bewegt werden soll. Während Videospiele generell durch ihre inaktive Spielweise den Ruf haben gesundheitsgefährdend zu sein, polieren VR-Sportspiele wie Supernatural den faulen Ruf der Gamer-Szene richtig auf. 

Was man sich allerdings beim Betrachten des hüpfenden Supernatural-Coaches im Werbefilm fragt: Wie effektiv sind diese VR-Workouts wirklich? Das Virtual Reality Institute of Health and Exercise erforscht den Energieverbrauch unseres Körpers während eines VR-Spiels. Sie kamen anhand vieler Tests zu dem Schluss, dass das Training in VR mit den richtigen Spielen mehr Kalorien verbrennen kann als die meisten Trainingsgeräte im Fitnessstudio. Um die Kalorienverbrennung während des Spiels besser nachverfolgen zu können, hat das VR Institute of Health and Exercise beispielsweise eine App namens VR Health Exercise Tracker konzipiert, um den Kalorienverbrauch in bestimmten VR-Spielen genau abschätzen zu können. Während reguläre Spiele ausschließlich durch Fingerbewegungen funktionieren, werden aktive VR-Spiele durch Bewegungssteuerungen angetrieben, die viele verschiedene Muskeln in unserem Körper beanspruchen. Diese anspruchsvollere Steuerung wurde 2006 mit der Einführung der Nintendo Wii bekannt. Anders als bei der Wii verfolgt das VR-Headset jedoch die Position des Spielers innerhalb einer 3-D-Videospielwelt, die das gesamte Sichtfeld einnimmt. 

Eine aufregende Mischung aus Sci-Fi-Scenerie und anstrengendem Workout. Foto: Supernatural.

VR-Workouts: Die teure Eintrittskarte für einen endlich aktiven Lifestyle?

Um nun in der VR-Games Szene mitmischen zu können, braucht man nur ein VR-Headset und ein VR-Spiel. Als VR-Headset wird einem als Anfänger das Oculus Quest Headset  empfohlen, welches ca 400 € kostet. Rechnet man ein VR-Game mit höchstens 60 € ein und die Move-Controller mit insgesamt 80€, ist man für seinen neuen sportlichen VR-Lifestyle bereits bei über 500€. Zusätzlich zahlt man bei Supernatural eine monatliche Gebühr von 20€. Ein beachtlicher Preis, um spielerisch fit zu werden, der aber anscheinend von genügend Leuten gezahlt wird. Denn allein in Deutschland verzeichnet die Virtual Reality Branche 2018 laut Statista einen Umsatz von 510 Millionen Euro. Die Gamingindustrie hat 2019 einen globalen Umsatz von 148 Milliarden Dollar erzielt und liegt mit diesem Gewinn vor dem der globalen Musik- und Filmindustrie. Eine eher stille Branche, die viele Gaming-Neulinge mit ihrem enormen Umsatz überrascht. Für das nächste Jahr ist sogar ein Gewinn von 180 Milliarden Dollar prognostiziert. Womit verdient diese Branche jene unglaublichen Summen? Nicht durch die Konsolen, sondern durch die Spiele. Weltweit “spielen” die Menschen pro Woche ca 5 Milliarden Stunden. Soziologen begründen diese enorme Zahl an Spielstunden anhand von drei Bedürfnissen, die jene Spiele in uns befriedigen: Erfolg, Autonomie und Zugehörigkeit. Wir genießen das Gefühl etwas erreicht zu haben, dort durch freie Entscheidungen hingelangt zu sein und einer großen Gruppe von Menschen anzugehören, die ebenfalls dasselbe tun. 

Ein herausforderndes Workout, hautnah in einer fantastischen Umgebung. So soll Sport wieder Spaß machen, auch während des Lockdowns. Foto: Supernatural.

VR-Workouts stellen nicht nur eine großartige Alternative für Menschen dar, denen es schwerfällt, sich zum Sport zu motivieren. Sie bieten uns in Zeiten des Corona-Pandemie bedingten Lockdowns ebenfalls die Möglichkeit, weiterhin etwas für unsere mentale und physische Gesundheit zu tun. Hört man sich unter seinen Freunden um, können sich nur sehr wenige tatsächlich erneut zum Sport zu Hause motivieren. Genau das erkannten auch die Erschaffer der Supernatural-Gamewelt: “Wir wussten, dass wir mit unserer Unzufriedenheit mit vielen der vorhandenen Sportstudio- und Heimfitnessangebote nicht allein waren. Also machten wir uns daran, eine virtuelle Welt zu erschaffen, welche die Benutzer an den schönsten Orten der Welt ein intensives Training absolvieren lässt.”

So bietet das Spiel eine Alternative zum immer gleichen Yoga-Youtubevideo und ermöglicht auch dem Sport abgeneigte Menschen ein sportliches Erfolgserlebnis zu genießen. Es geht dabei primär nicht um den Sixpack-Erfolg oder um beeindruckende Vorher-Nachher-Bilder. VR-Workouts dienen in erster Linie dazu Stress abzubauen, in Bewegung zu bleiben und Spaß zu machen. Letzten Endes ist Supernatural ein beachtliches Beispiel dafür, wie Computerspiele nicht nur zum Sitzen und Chips essen einladen, sondern uns auf kleinem Raum und auf fantasievolle Art fit halten können.

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