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Foto: Ahmed Zid

Foto: Ahmed Zid

Umfrage: Virtuelle Gewalt – ein menschliches Übel?

Virtuelle Gewalt ist zu einem destruktiven Phänomen einer neuen Generation geworden. Doch was ist damit eigentlich gemeint? Und können wir Menschen ohne Gewalt überhaupt existieren? Wir wollen Eure Meinung dazu wissen!

Virtuelle Gewalt ist das Schlagwort, sobald von Cyber-Mobbing oder sogenanntem Trolling gesprochen wird. Ein Phänomen, das mitunter ausschlaggebend sein soll für psychische Erkrankungen unter Heranwachsenden. Zudem ist virtuelle Gewalt auch das Sprungbrett für reale Gewalt. Wie sich letztlich auch in den Ausschreitungen in Chemnitz gezeigt. Der rechte Troll ist durchaus auch in der Lage außerhalb des Netzes gewalttätig zu werden.

Die Herausforderung für das Verständnis von virtueller Gewalt liegt bereits in der Definition von Gewalt, die im virtuellen Kontext erweitert werden muss: Zwar handelt es sich „nur“ um einen virtuellen Schaden, allerdings steckt dahinter eine reale Gewaltintention, die lediglich in einen virtuellen Raum übertragen und so real erlebbar wird – so beschreibt es der Autor Daniel Ritter. Dabei liege der Ursprung nicht im technischen, sondern immer im menschlichen Vermögen. Stets haben die meist anonymen Urheber virtueller Gewalt das Ziel, ihre Opfer zu verletzen, ihnen Schaden zuzufügen, Freiheiten einzuschränken.

Und wer kann zum Opfer werden? Jeder Mensch mit Internetzugang. Ritter nimmt allerdings eine wichtige Abgrenzung vor: Virtuelle Gewalt sei nicht zu verwechseln mit virtuellen Gewaltdarstellungen oder den virtuell simulierten Ausführungen realer Gewalt. Erzielt am Ende des Tages allerdings nicht alles den gleichen Effekt? „Fest steht, dass der ikonografische Extremismus, dem die jungen Menschen im Internet ausgesetzt sind, wie eine Körperverletzung aussieht”, bemerkte einst der ehemalige Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Frank Schirrmacher.

Bevor die digitalen Kommunikationsmittel den althergebrachten den Rang abliefen, spielte die Darstellung von Gewalt in den Medien bereits eine relevante Rolle: Jede Epoche und Kultur hat spezifische Kanäle, die Gewalt zeigen. Egal, ob sie fiktiv oder real ist, dem künstlerischen oder informativen Zweck dient, auf egoistische oder gemeinschaftliche Weise eingesetzt wird – Gewalt ist ein integraler Bestandteil der Menschheit; die Menschheit ist fasziniert von ihr.

„Darin [in der Betrachtung einer Gewaltdarstellung] liegt auch ein Stück Empathie und das Wissen darüber, dass die Gewalt allgegenwärtig ist und dass sich niemand ihren Folgen entziehen kann; niemand kann sicher sein, dass ihm nie Gewalt widerfahren wird”, wird Professor Kai-Uwe Hugger im Buch Formen virtueller Gewaltausübung zitiert.

Foto: Valentin Salja

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Lassen diese Gedanken zu virtueller Gewalt nicht auf jede Etappe der medialen Evolution anwenden? Schon in der Antike wurden Schriften mit eindeutigem Mobbing-Charakter veröffentlicht, hetzerische Novellen gegen amerikanische Ureinwohner wurden im späten 17. Jahrhundert zum Erfolg, mit dem Aufkommen des Radios wurden sogenannte Pranks gegen wahllose Zufallspersonen salonfähig. Und heute? Heute hat man das Internet demokratisiert, sodass plötzlich jede und jeder Gewalt portraitieren, aber auch ausüben kann. Wie wird es weitergehen? Und ist Gewalt vielleicht sogar notwendig? Handelt es sich dabei gar um ein kulturell bedingter Aspekt unseres Charakters?

Ich wäre dankbar, wenn Ihr miteintaucht in das Thema Virtuelle Gewalt und mit uns, dem Team von Qiio, über die Zukunft der menschlichen Gewalt diskutiert.

Mehr zum Thema Virtuelle Gewalt findet ihr im aktuellen Kompendium.

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