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Wie viele Ressourcen verbraucht dein Lebensstil im Jahr? Foto: Anna Shvets

Wie viele Ressourcen verbraucht dein Lebensstil im Jahr? Foto: Anna Shvets

Wie viele Planeten Erde bräuchte es, wenn alle so leben wie wir?

Wie viele Ressourcen unseres Planeten müssten jährlich aufgewendet werden, wenn alle Menschen so leben würden wie ich? Im Zuge der Kampagne um den Earth Overshoot Day habe ich mich mit dieser Frage beschäftigt und meinen eigenen ökologischen Fußabdruck ermittelt.

Der Earth Overshoot Day – dabei handelt es sich um eine Kampagne des Global Footprint Network, bei der jährlich jener Tag ermittelt wird, an dem die Menschheit die erneuerbaren Ressourcen der Erde für ein Jahr aufgebraucht haben soll. Seit den 1970er-Jahren überstrapazieren wir mit unserem Konsum jährlich die Mittel, die der Planet zu bieten hat. Das heißt, dass wir ab einem bestimmten Datum im Jahr – das im Zeitraum von 1979 bis 2019 um satte drei Monate nach vorne gerückt ist – die Biokapazität unserer Umwelt ausbeuten. Wir verbrauchen jährlich schneller mehr Ressourcen, als die Erde in diesem Zeitraum reproduzieren kann. Weltweit liegt der ermittelte Wert des Verbrauchs durch den Menschen bei der Menge pro Jahr, die uns in etwa 1,75 Planeten zur Verfügung stellen würden.

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Jedes Land hat seinen eigenen Earth Overshoot Day

Der weltweite Durchschnitt des Ressourcenverbrauchs liegt bei 1,7 Erden pro Jahr. Foto: Bruno Moretti.

Das ist aber leider „nur“ der weltweite Durchschnittswert. Jedes Land hat einen anderen Verbrauch, der von seiner Größe, der Menge seiner Einwohner und seiner industriellen Aktivität abhängt. Denn je kleiner beispielsweise die Fläche eines Landes ist, desto weniger Ressourcen stehen ihm zur Verfügung und desto weniger Ressourcen kann es reproduzieren.

Laut dem Global Footprint Network hat Deutschland etwa einen durchschnittlichen jährlichen Ressourcenverbrauch, für dessen Deckung theoretisch drei Erden notwendig wären. Wir segeln damit knapp am Siegertreppchen vorbei, denn vor uns liegen nur noch Russland mit 3,2, Australien mit 4,1 und – auf Platz eins mit weitem Abstand – die USA mit 5 Planeten. Das ist im Übrigen mehr als doppelt so viel wie China (2,2).

Die Werte kommen durch die Gegenüberstellung der Biokapazität der Erde und des globalen ökologischen Fußabdrucks zustande. Es wird also gemessen, wie viele Ressourcen die Erdbewohner verbrauchen, ohne dass der Planet dazu in der Lage wäre, diese zu reproduzieren und die beim Konsum anfallenden Schadstoffe abzubauen. Erfolgt der Verbrauch schneller als der Nachschub generiert werden kann, spricht man vom „Overshoot“.

Selbstversuch: Den eigenen Footprint ermitteln

Aber nicht nur jedes Land, sondern auch jeder einzelne Mensch auf der Erde erzeugt durch seine Lebensweise einen ganz persönlichen ökologischen Fußabdruck, den der Planet verkraften muss. Da 60 Prozent des globalen ökologischen Fußabdrucks der Menschheit durch deren CO2-Emissionen bestimmt werden, fühlte ich mich mit meinem Lifestyle bisher ziemlich sicher: Ich esse kaum Fleisch – mittlerweile weniger als einmal die Woche – und konsumiere ohnehin keine Kuhmilchprodukte. Ich habe keinen Führerschein und fahre demnach kein Auto. Seit ein paar Jahren halten sich meine Neuanschaffungen und Flugreisen in einem vergleichsweise verantwortungsbewussten Rahmen.

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Wie sieht eigentlich mein Impact auf die Erde aus? ich habe meinen ökologischen Fußabdruck ermittelt. Foto: Andreas Wagner.

Wie genau mein Impact auf die Erde aussieht, wusste ich bisher aber nicht. Herausfinden kann man das allerdings mit dem sogenannten Footprint Calculator des Global Footprint Networks: Eine Art Onlinefragebogen, bei dem man Angaben zu bestimmten Gewohnheiten in Bezug auf Ernährung, Reise- und Konsumverhalten usw. machen kann. Man bekommt dann zu sehen, wie viele Erden nötig wären, wenn jeder Mensch so leben würde wie man selbst.

Nachdem ich mit dem Rechner meinen ganz persönlichen Earth Overshoot Day ermittelt hatte, war ich doch überrascht: Mit meinem aktuellen Lebenswandel verbrauche ich jährlich bis zum 30. Juli alles, was mir an Ressourcen auf diesem Planeten zur Verfügung steht. Das macht aufs Jahr gerechnet etwa 1,7 Erden aus. Damit liege ich zwar unter dem Wert des Durchschnittsdeutschen mit drei Planeten, doch ist es immer noch fast doppelt so viel, wie ich eigentlich verbrauchen sollte.

Projekt “Nachhaltiger Leben” in 2020

Die Lösungen, die einem vom Global Footprint Network nach der Ermittlung des eigenen ökologischen Fußabdrucks vorgeschlagen werden, sind vielleicht nicht innovativ – aber sie verlangen auch nicht übermäßig viel und sparen sogar Geld: Weniger bis kein Fleisch und dafür vor allem mehr regionales und saisonales Gemüse essen, vielleicht mal im Urlaub nicht auf die Malediven fliegen, öfter mit dem Rad oder mit den Öffis zur Arbeit fahren und eine vernünftige Mülltrennung könnten schon helfen. Unter #MoveTheDate kann man Lösungen für seine persönlichen Klimakiller finden und selbst welche vorschlagen.

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Inspiriert dich der Footprint-Calculator zu einem bewussteren Umgang mit Ressourcen?

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Es gibt aber auch Aspekte, auf die man nur schwer Einfluss nehmen kann: Denn neben dem Konsumverhalten sowie den Ess- und Reisegewohnheiten wird beim Calculator auch nach der Energieeffizienz der eigenen Wohnung gefragt. Meine schneidet da vermutlich ziemlich mies ab, was allerdings auch daran liegen mag, dass es sich um eine Altbauwohnung in eher unsaniertem Zustand handelt. Und ich benutze eben jeden Tag Strom und fließendes Wasser.

Wenn alle so leben würden wie ich, dann läge der Ressourcenverbrauch bei 1,7 Erden im Jahr. Screenshot: Global Footprint Network.

Natürlich ist der Earth Overshoot Day nur ein grober Ermittlungswert und die Thematik des Ressourcenverbrauchs eine wesentlich komplexere. Doch die Nachfrage nach einem Werkzeug, das Verbrauchern den Überblick über ihren Impact auf die Umwelt verschafft, steigt stetig. Der Grund: Das gesellschaftliche Bewusstsein für nachhaltiges Leben sowie Konsumieren ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen und wird in den kommenden Jahren weiterhin eine maßgebliche Rolle spielen – und das ist auch gut so.

GreenR möchte dir helfen, deinen Alltag nachhaltiger zu gestalten

Das Start-up GreenR zum Beispiel beschäftigt sich gerade mit der Frage, was Verbraucher von einer App erwarten, die ihnen Verbesserungspotenzial in Bezug auf die Nachhaltigkeit ihres Lebensstiles aufzeigt. Dafür planen sie eine Finanz-App, die es dir als Verbraucher ermöglicht, dein Konsumverhalten  regelmäßig zu checken. So kannst du herausfinden, wo noch Optimierungen möglich sind und wo du vielleicht sogar dein Geld nachhaltig investieren kannst. Wenn du möchtest, kannst du hier bei der Umfrage mitmachen und die Gestaltung der App aktiv beeinflussen – damit wir in Zukunft alle vielleicht tatsächlich nur noch die Ressourcen verbrauchen, die unsere Erde auch reproduzieren kann.

Hier geht es zur GreenR Umfrage.

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