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Short Q

Bananenblätter statt Plastikverpackung – Südostasien gegen die Abfallkrise

Der Supermarkt Rimping in Thailand hat innovatives Bio-Packaging betrieben und seine frischen Waren, statt in Plastik mit Bananenblättern umwickelt. Eine Alternative mit Zukunft?

Vor ein paar Tagen wurde in Chiang Mai das Foto eines Supermarktregals gepostet, welches frisches Gemüse zeigt. Die Besonderheit? Statt mit Plastik eingepackt, wurde die Ware mit Bananenblättern umwickelt. Der Post ging in kurzer Zeit Viral, machte internationale Nachrichtenportale auf sich aufmerksam und wurde über 17.440 mal auf Facebook geteilt. Doch woher stammt diese Begeisterung und das weltweite Interesse?

Die globale Plastikabfall Krise ist wohl das schwerwiegendste Umweltproblem unserer Zeit. Südostasiatische Länder, in denen durch die wachsende Volkswirtschaft immer mehr in Plastik eingepackte Waren verbraucht werden, tragen zunehmend dazu bei. Das eigentliche Problem: Die fehlende Abfallbewirtschaftung. Diese ist bisher kaum ausreichend entwickelt und in vielen Fällen einfach nicht vorhanden. So wandert ein Großteil des Kunststoffs auf die Straße, oder schlimmer noch, ins Meer.

Südostasiens intrinsische Bewegung gegen Plastikmüll gibt Grund zur Hoffnung

Der viral gegangene Post zeigt eine Veränderung, die im Land selbst entstanden ist und so auch andere Lebensmittelhändler bis nach Vietnam inspiriert hat. Daraufhin haben der Lotte Mart in Ho-Chi-Minh, Saigon Co.op und Big C in Hanoi ebenfalls angefangen mit Bananenblättern als Verpackungsalternative zu experimentieren. Ein Sprecher der Lotte Mart-Kette kündigte an, dass es sich dabei wohl um eine Testphase handle, die sie allerdings sehr bald landesweit etablieren wollen.

“Zum Einpacken Bananenblätter zu nutzen ist keine neue Idee”, so äußert sich ein Facebook-Nutzer unter dem Bild. “In den 60ern, als ich noch klein war, nutzten die Verkäufer hier immer große Bananenblätter zum Einpacken der Ware!”. Eine Rückbesinnung in die Vergangenheit also, und dennoch ein wichtiger Schritt zur Plastik-Reduktion in Südostasien. Denn laut dem vietnamesischen Nachrichtendienst VNExpress steht Vietnam weltweit an vierter Stelle, was die Verschmutzung der Meere durch Plastikabfall angeht. Auch das UN-Environment betont: „Plastikverschmutzung ist zwar ein globales Problem, doch 60% des Plastikmülls in unseren Ozeanen stammen allein aus 6 Ländern in Asien. Indem wir uns hier mit dem Problem befassen, können wir einen großen Schritt in Richtung eines Planeten machen, der frei von Plastikverschmutzung ist.”

Plastikmüll Meer Strand

Foto: Pixabay

Plastiktütenverbot und Werbekampagnen gegen Abfall – Asien kämpft mit

Der südostasiatische Raum ist sich seinem Problem bewusst und leitet seit einiger Zeit selbst Schritte zur Plastik-Reduktion ein. Taiwan verlangt wie wir Geld für den Gebrauch von Plastiktüten, Singapur hat eine umfangreiche Kampagne gegen Plastikabfall gestartet und Südkorea, wie auch China, haben Plastiktüten sogar bereits aus ihren Lebensmittelgeschäften verbannt.

Menschen weltweit feiern den Facebook Post des thailändischen Supermarkts, da er ihnen Hoffnung gibt. Letztlich ist die Bekämpfung der globalen Abfallkrise unser aller Sorge. So tut es gut zu sehen, dass auch in den uns fernen Ländern Schritte eingeleitet werden, die eine Krisenbeseitigung zum Ziel hat.

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