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The Hidden Flag
Short Q

Hidden Flag – Das mutigste Spiel der Fußball-WM

In Russland ist die Regenbogenfahne verboten. 6 Aktivisten protestieren dagegen, subtil und doch meinungsstark. Trotzdem setzen sie mit der "Hidden Flag" ihre Sicherheit aufs Spiel.

Judy Garland war die Schwulen-Ikone der 60er. Zum Begräbnis der amerikanischen Schauspielerin trugen einige Gäste die Regenbogenfahne. Eine Anspielung auf das Lied “One Day over the Rainbow” im Zauberer von Oz. Dort, wo in Zukunft alles besser und gerechter sein wird.

Regenbogenfahne ist in Russland “homosexuelle Propaganda”

Seit den 70ern ist die Regenbogenfahne teil der LGBTQIA-Bewegung. Wer den Regenbogen präsentiert, zeigt, dass er gegenüber allen sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten offen und tolerant ist. Internationale Marken, wie auch die Deutsche Bank, nutzen zum Beispiel im Pride-Monat Juli ihr Logo in Regenbogenfarben, um ihr Engagement für die Bewegung zu bekunden. Statt für eine Nation steht der Regenbogen für eine offene Welt. Für Frieden, für Toleranz, für Veränderung und Inklusion. Regenbogen ist Vielfalt. Doch Vielfalt ist nicht überall akzeptiert: In Russland zum Beispiel ist die Regenbogenfahne verboten.

Seit 2013 wird jegliche Kommunikation zum Thema Homosexualität in Russland als “homosexuelle Propaganda” eingestuft und unter Strafe gestellt. Betroffen ist auch die Regenbogenfahne. Bilder von Protesten, auf denen Jugendliche mit Regenbogenfahnen vom Militär übermannt und körperlich attackiert werden, gingen 2013 um die Welt und sorgten für internationale Kritik.

“The Hidden Flag” – für Offenheit und Toleranz

Sechs Aktivisten haben einen Wege gefunden das Verbot zu umgehen. Um bei der aktuellen WM in Russland ein Zeichen zu setzen, haben sie einen subtilen und doch meinungsstarken Weg gefunden, ihren Protest zu äußern. Eingekleidet in den jeweiligen Nationaltrikots ihrer Mannschaften, zeigen sie “The Hidden Flag” – die versteckte Regenbogenfahne. Als menschlicher Regenbogen sind sie durch Russland gereist, haben mit Einheimischen gelacht, WM-Spiele geschaut und mitgefiebert. Einzeln wären sie nur ein Fan im Nationaltrikot. Aber zusammen sagen sie: Wir sind hier! Wir sind stolz! Wir sind der Regenbogen, den die russische Regierung gerne für immer verbieten möchte. Und egal wie schwer es uns gemacht wird. Der Protest hört nicht auf!

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Das Risiko: hohe Geldstrafen und Polizeigewalt

Auf der Webseite der Kampagne kann man die persönlichen Statements der Aktivisten aus Spanien, Brasilien, Mexiko, Kolumbien, Holland und Argentinien nachlesen. Alle waren sich des Risikos bewusst, die ihre Aktion mit sich bringen könnte. Hohe Geldstrafen und gewalttätige Übergriffe durch die Polizei wären denkbar gewesen. Trotz der Angst war es ihnen allen Wert, ihre Sicherheit aufs Spiel zu setzen, um ein Zeichen zu setzen. Egal wie viel Spaß man bei guten Fußball und an einer spannenden Weltmeisterschaft hat. Es ist wichtig keinen blinden Fleck zu entwickeln für die Probleme und Missstände des Gastgeberlandes, sondern gerade dann, wenn die Weltöffentlichkeit ihr Augenmerk auf Russland richtet, mit solchen Aktionen Aufmerksamkeit zu generieren.

Organisiert wurde die Aktion “The Hidden Flag” von FELGBT. Das staatlich geförderte Institut für die Rechte Homosexueller in Spanien.