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Short Q

In New York darf ein Frauenhaarschnitt in Zukunft nicht teurer sein als bei Männern!

Der US-Bundesstaat New York hat dieses Jahr durchsetzen können, dass die steuerbedingten Preisunterschiede von Dienstleistungen und Produkten für Männern und Frauen gleichgesetzt werden. Wie sieht genderneutralität inzwischen in Europa aus? 

Rasierer, Duschgel für ein straffes Bindegewebe, Anti-Falten Cremes, Haarprodukte, die Fülle und Glanz zusichern – meterweise ziehen sich Regale mit Versprechungen eines medieninduzierten Schönheitsideals durch unsere Drogeriemärkte. Neben dem wahrlich überschaubaren Angebot von “For Men”-Produkten häufen sich Artikel für Frauen, die bei ähnlicher Zusammensetzung teurer sind, als deren “männliches” Pendant.

Dieses Phänomen bezieht sich nicht nur auf für Frauen konzipierte Kosmetika, auch Hygieneartikel und Friseurbesuche sind deutlich zu teuer. Nicht umsonst redete man hierbei jahrelang von einer “Tampon-Tax” bei Hygieneprodukten und “Pink-Tax” für alle Produkte. Wie gehen andere Länder mit dieser Ungleichheit um?

Der “Pink-Tax” geht es nach und nach weltweit an den Kragen

In vielen Ländern wie Kanada, Indien, Kenia wurde die Tampon-Tax bereits komplett weggelassen und in verschiedenen US-Bundesstaaten zumindest gesenkt. Doch wir sollten nicht nur für Genderneutralität bei Hygieneprodukten sorgen, sondern auch bei Dienstleistungen – das liberale New York macht da den Anfang. Das von Gouverneur Andrew Cuomo im April im Rahmen seiner Frauenagenda 2020 eingeführte Gesetz verbietet geschlechtsspezifische Preisdiskriminierung. Das Verbot deckt alles ab, von Hygieneartikeln bis hin zu Friseurdienstleistungen. So würde zum Beispiel das Spitzenscheiden einer Frau für 48 Dollar und das eines Mannes für 20 Dollar jetzt im Staat New York eine Gesetzesverletzung darstellen. Stattdessen setzen viele Haar-Salons in New York jetzt auf die Bezahlung pro Arbeitsstunde, egal welches Geschlecht vor ihnen im Friseurstuhl sitzt.

Eine geschlechterbasierte Preispolitik hat sich 2020 in New York durchsetzen können. Davon hoffen wir auch bald vermehrt in Europa berichten zu können. Foto: Jude Beck.

Die “Tampon-Tax” Debatte flammte in Deutschland im Mai 2019 auf, als sich Nanna Roloff und Yasemin Kotra mit einer online Petition für einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Monatshygiene stark machten. Die fast 300.000 gesammelten Unterschriften bewegten Deutschlands Regierung im selben Jahr dazu, die Mehrwertsteuer für Monatsartikel auf 7 % zu senken. Die Gleichberechtigung im Dienstleistungsbereich schreit allerdings immer noch nach Überholungsbedarf. Auch hierzulande ist es für viele Frauen unverständlich, dass noch immer preisliche Unterschiede zwischen einem Männer- und Frauenhaarschnitt gemacht werden. Was passiert eigentlich, wenn einem Friseur ein Mann mit langen Haaren unter die Schere kommt?

Am Anfang des mühsamen Wegs zur Genderneutralität

All das sind Bemühungen, die uns im Thema Genderneutralität stetig ein kleines Stückchen vorwärts bringen. Eine Studie der Firma Payscale im Frühjahr 2020 ergab, das Frauen mit gleicher Bildung und gleicher Berufsbezeichnung im Durchschnitt 98 Cent für jeden Dollar verdienen, den ein Mann bezahlt bekommt. Angekommen sind wir noch lange nicht und doch flammt die Hoffnung auf, dass einzelne Anstöße weltweit den Stein ins Rollen bringen. Vor wenigen Tagen wurde nun auch in Spanien gesetzlich beschlossen, dass Frauen und Männer bei gleichwertiger Arbeit nicht mehr ungleich bezahlt werden dürfen. Arbeitgeber, die gegen das neue Gesetz verstoßen, sollen mit hohen Geldbußen bestraft werden.

Von den steuerlichen Senkung von Monatsartikeln über Genderneutralität bei Dienstleistungen hin zur langsamen Angleichung des geschlechtsspezifische Lohnunterschieds – das Ende des Weges zu einer fast vollkommenen Gleichberechtigung ist nicht abzusehen. Wichtig bleibt allerdings, dass dieser täglich weiter gegangen wird. 

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