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Kompendium: Biohacking

Die technologische Entwicklung mündet in einem immer effizienter werdenden Austausch zwischen Einzelpersonen und ermöglicht so die Entstehung eines neuen digitalen Sozialismus.

Kompendium: Biohacking

Menschen erreichen die Schwelle zu einer neuen Evolutionsstufe. Die physische Unsterblichkeit ist zum Greifen nah. Künstliche Intelligenz ist die neue Elektrizität.

Kompendium

Die Suche des Menschen nach seinem optimierten Selbst ist ein uraltes Unterfangen, das der menschlichen Natur innezuwohnen scheint.

Kompendium: Biohacking

Bereits im Frühmittelalter verwendeten die alten Germanen gezielt Methoden und Techniken zur Optimierung körperlicher, geistiger und auch seelischer Fähigkeiten.

Kompendium: Biohacking

Mit mehr Ich-Bewusstsein und dem Drang zur Tugend werden autobiographische Aufzeichnungen während der Aufklärung zum Analyse-Werkzeug des eigenen Verhaltens.

Kompendium: Biohacking

Die universelle Verfügbarkeit und der Austausch von Informationen in Echtzeit und mittels multimedialer Kanäle führen zu einer schnellen Adaption alter und neuer Techniken zur Selbstoptimierung.

Kompendium: Biohacking

Der Zaubertrank der Berserker – Selbstoptimierung der Germanen

Kompendium: Biohacking

Der Zaubertrank der Berserker – Selbstoptimierung der Germanen

Gemälde von Friedrich Tüshaus 1832-1885 -

Gemälde von Friedrich Tüshaus 1832-1885 - "Der Spiegel" 11/2007 S. 143, Gemeinfrei

Bereits im Frühmittelalter verwendeten die alten Germanen gezielt Methoden und Techniken zur Optimierung körperlicher, geistiger und auch seelischer Fähigkeiten.

Als der germanische Herrscher Harald der Erste in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts beschloss, Norwegen zu unterwerfen, instrumentalisierte er dafür eine Vielzahl an besonders starken und blutrünstigen Kämpfern, die keine Angst zeigten und unempfindlich gegenüber Schmerz zu sein schienen. Schon bald wurden Legenden von diesen Kriegern über den gesamten europäischen Kontinent hinweg verbreitet. Mit Tierpelzen behangen, erschlugen sie ihre Gegner wie im Rausch mit übermenschlicher Kraft.

Foto: Geran de Klerk

Diese angsteinflößenden Kämpfer wurden von Barden als „Odins Männer” oder „Berserker” bezeichnet. Berserker stammt aus dem Altnordischen und steht entweder für einen tierfellbehangenen Krieger (ber würde hier für den „Bären” stehen und serkr für einen „Waffenrock”) oder einen oberkörperfreien Wahnsinnigen (ber bedeutet ebenso „nackt” oder „frei” und serkr könnte auch den „Oberkörper” gemeint haben).

Im Laufe der nächsten Jahrhunderte wurden die Berserker immer detaillierter beschrieben. Sie galten als unempfindlich gegenüber Feuer und konnten durch einfache Verwundungen in ihrem Kampfe nicht gestoppt werden. Bevor sie in die Schlacht zogen, veränderte sich ihre Gesichtsfarbe, sie klapperten mit den Zähnen, schüttelten sich wie besessen, brüllten, bissen in ihre Schilder und demonstrierten absolute Gewaltbereitschaft.

Mobilisierung der Kräfte mithilfe eines Pilzes

Zeichnung eines Druiden von William Stukeley – Gemeinfrei

Nach heutigem Stand der Wissenschaft hat es diese Krieger nicht nur gegeben, ihre Fähigkeiten wurden auch gezielt durch verschiedene Methoden herbeigeführt. Ähnlich wie dopende Sportler nahmen diese Krieger wohl bewusst Einfluss auf ihren Körper und Geist, um im Kampf die Oberhand zu behalten.

Auch wenn es noch hin und wieder als umstritten gilt, vermuten Wissenschaftler, dass diese Krieger bereits gezielt Rituale und Wirkstoffe einsetzten, um ihre psychische und physische Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Bei den Berserkern spricht viel für einen Konsum von einem Getränk aus Fliegenpilzen vor dem Kampf. Die starke Wirkung des Pilzes war zu diesem Zeitpunkt bereits vielen germanischen und indogermanischen Stämmen bekannt und konnte, sofern richtig dosiert, zu einem Zustand der Ekstase führen.

Germanische Druiden verwendeten erprobte Wirkstoffe

Der Legende nach wuchsen Fliegenpilze dort, wo Wotan, der germanische Gott des Krieges und der Ekstase, entlangritt und seinem Pferd Schaum aus dem Maul tropfte. Im Fliegenpilz befindet sich Ibotensäure, die sich im Körper teilweise in das psychoaktiv wirkende Muscimol verwandelt. Nach heutigem Wissensstand kann die richtige Dosis davon einen rauschähnlichen Zustand der Euphorie herbeiführen, Symptome von Schüttelfrost hervorrufen, die Körperkraft massiv steigern und den Körper unempfindlich gegenüber Schmerz und Angstgefühlen machen. Nach dem Rausch fällt der Betroffene in der Regel in einen Zustand tiefer Müdigkeit und Schwäche, was ebenfalls mit historischen Überlieferungen übereinstimmt.

Es könnte also durchaus sein, dass germanische Druiden bestimmte Mischungen für ihre Krieger vor der Schlacht vorbereiteten; ähnlich wie der Zaubertrank aus den Asterix und Obelix-Comics. Indem sie sich in Berserker verwandelten, fanden die Germanen eine wirkungsvolle Technik, um auch besser organisierten Gegnern das Fürchten zu lehren.

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Das Tagebuch als Mittel der Selbstbeobachtung

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Das Tagebuch als Mittel der Selbstbeobachtung

"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen." – Immanuel Kant, Unbekannt, Gemeinfrei, Wikimedia Commons

Mit mehr Ich-Bewusstsein und dem Drang zur Tugend werden autobiographische Aufzeichnungen während der Aufklärung zum Analyse-Werkzeug des eigenen Verhaltens.

Um das Jahr 1700 gewann mit der Aufklärung in großen Teilen Europas und Nordamerikas eine lösungsorientierte, auf Vernunft basierte Grundhaltung an Bedeutung. Die Vordenker dieser Epoche wandten sich zunehmend den Naturwissenschaften zu, und pflegten den Austausch neu erlangten Wissens. Es entstand der Wunsch nach einer fortschrittlichen Gesellschaft, in der tugendhafte Individuen eine zentrale Rolle spielen sollten.

Besonders der Begriff der Tugend wurde hier eifrig diskutiert. Es entstand die Vorstellung über den Menschen als ein Geschöpf, das zwar fähig sei zu vorbildlichem Verhalten, dieses aber kontinuierlich trainieren müsse. Ein erster Schritt, das eigene Verhalten zu optimieren, bestand in der Selbstbeobachtung, die mithilfe von chronologischen Aufzeichnungen mittels Stift und Papier einfacher zu dokumentieren war als je zuvor.

Der Weg zu moralischer Perfektion

Benjamin Franklin. Gemälde von David Martin, The White House Historical Association, Gemeinfrei, Wikimedia Commons

Eine Persönlichkeit dieser Zeit, die ihr Leben lang an einem optimalen Selbstbild bastelte, war der amerikanische Verleger, Erfinder und spätere Gründervater der Vereinigten Staaten von Amerika: Benjamin Franklin. Franklin entwickelte sogar einen 13-Wochen-Plan, um zu moralischer Perfektion zu gelangen. Darin widmete er jeder Woche eine von ihm definierte Tugend wie Sparsamkeit, Fleiß und Aufrichtigkeit.

Jeder Fehltritt oder eine Abweichung von seinem idealen Tagesplan wurde direkt und im Detail in seinen Kalender eingetragen. Franklin nahm zu Recht an, dass sein tugendhaftes Verhalten mit der Zeit zur Gewohnheit werden würde. Der Plan funktionierte zwar, allerdings mit gelegentlichen, für Franklin oft frustrierenden Rückschlägen.

Auch Goethe kontrollierte sich selbst

Nicht nur Franklin, auch seine Zeitgenossen, wie der spätere amerikanische Präsident Thomas Jefferson und der deutsche Alleskönner Johann Wolfgang von Goethe, waren bekannt für ihre Tagebücher. Jefferson führte über jede noch so kleine Ausgabe Buch, wie für eine Rasur oder ein paar Handschuhe; Goethe notierte beinahe zwanghaft den Fortschritt seiner Werke und bemerkte dabei, wie seine Produktivität mit dem Alter abnahm. So schrieb er im Jahre 1828:

Johann Wolfgang von Goethe musste feststellen, das mit zunehmendem Alter seine Produktivität spurbar nachlies. Gemälde von Joseph Karl Stieler, Gemeinfrei, Wikimedia Commons

Ausschnitt aus dem Tagebuch von Goethe

„Als mich vor zehn, zwölf Jahren […] die Gedichte des Divan in ihrer Gewalt hatten, war ich produktiv genug, um oft an einem Tage zwei bis drei zu machen. […] Jetzt, am zweiten Teil meines Faust, kann ich nur in den frühen Stunden des Tags arbeiten, wo ich mich vom Schlaf erquickt und gestärkt fühle und die Fratzen des täglichen Lebens mich noch nicht verwirrt haben.”

In den Folgejahren wurde mit dem Anbruch der Gründerzeit das Tagebuch als Mittel zum erfolgreichen Selbstmanagements dann mit Werken wie „Sich selbst rationalisieren. Lebenserfolg ist erlernbar” des Psychologen Gustav Großmann einer breiteren Masse zur Verfügung gestellt. Die Quantified Self-Bewegung, die heute so sehr im Trend ist, fand dort ihren Ursprung.

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Biohacking – eine systematische Art der Selbstoptimierung

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Biohacking – eine systematische Art der Selbstoptimierung

Tools zur individuellen Datenerhebnung lassen sich zunehmend in unseren Alltag integrieren. Besonders populär sind derzeit Fitnessarmbänder.

Tools zur individuellen Datenerhebnung lassen sich zunehmend in unseren Alltag integrieren. Besonders populär sind derzeit Fitnessarmbänder.

Die universelle Verfügbarkeit und der Austausch von Informationen in Echtzeit und mittels multimedialer Kanäle führen zu einer schnellen Adaption alter und neuer Techniken zur Selbstoptimierung.

Als im Jahr 2007, zeitgleich mit der Veröffentlichung des ersten iPhones von Apple, die Quantified Self-Bewegung offiziell ins Leben gerufen wurde, war noch nicht abzusehen, dass dieses Netzwerk von Selbstvermessern das persönliche Gesundheitsmanagement in den nächsten Jahren revolutionieren sollte. Denn neue Technologien erlaubten zum ersten Mal eine Erfassung von biologischen Parametern wie Blutwerten oder Bewegungsmustern von Menschen während ihres Alltags in Echtzeit.

Heute ist es so einfach und kostengünstig wie nie zuvor, in der Nacht seine Schlafdaten zu erfassen, seinen Blutzucker in Echtzeit zu messen oder sein gesamtes Genom entschlüsseln zu lassen. Mit hochmodernen Sensoren und Labortests, die sich von zu Hause aus durchführen lassen, haben wir heute Möglichkeiten, die früher in der Regel nur den absoluten Spitzensportlern und Elite-Einheiten beim Militär mit hochpreisigen Apparaten und zahlreichen Betreuern zur Verfügung standen.

Der Morgen danach: Mittels App kann heute jeder Smartphone-Besitzer seinen Schlaf überwachen.

Die neue Datenflut rief Unternehmen auf den Plan, die begannen, die gesammelten Zahlen in wertvolle, da umsetzbare Informationen, umzuwandeln. So hat die amerikanische Firma Riddell einen Helm für Footballspieler herausgebracht, der per Sensor die Härte eines Zusammenpralls erfasst und den Trainer vor Gehirnerschütterungen seiner Spieler warnt.

Das Startup Hexoskin hingegen hat Sportlerkleidung mit Sensoren entwickelt, die während des Trainings Puls, Atmung und Bewegung misst und dem Athleten mitteilt, wann er sich genug verausgabt hat und weiteres Training keinen Mehrnutzen bringt. Das sind nur zwei Beispiele von etlichen Firmen mit weiteren Sensoren zur Messung verschiedener Körperdaten, die in diesen Tagen auf den Markt strömen.

Von der Selbstvermessung zum Biohacking

Als logische Folge der individuellen Datenerhebung begannen mehr und mehr Einzelpersonen, ihre biologischen Prozesse zu analysieren und nach ihren Wünschen zu verändern. Dieser Trend wird von den Anwendern generell als „Biohacking” bezeichnet, einer neuen Methode zur Optimierung von Körper und Geist dank einer genaueren Beobachtung und eines besseren Verständnisses von biologischen Prozessen.

Dabei werden nicht nur selbst erhobene Daten verwendet, sondern auch neueste Studienergebnisse sowie die Ergebnisse anderer Do-It-Yourself-Wissenschaftler aus der ganzen Welt, die in den sozialen Medien und auf ihren Webseiten von ihren Erkenntnissen berichten.

Fasten ist wieder “en vouge”. Besonders Saft-Kuren boomen durch den Trend, da diese die fehlende Nahrungszunahme erleichtern sollen.

Mit neuen Erkenntnissen zurück zu den evolutionären Wurzeln

Interessant zu beobachten ist, dass mit zunehmenden wissenschaftlichen Erkenntnissen uralte Praktiken wie Meditation, Kältetherapie, Erdung und Fasten auch unter zahlengetriebenen Selbstoptimierern mehr Beachtung geschenkt wird. Auch wenn unsere Urahnen noch keine Studienergebnisse vorweisen konnten, so verstanden sie doch bereits zu einem bemerkenswerten Grad die Einflüsse der Natur und der eigenen Biologie auf Körper und Geist.

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Eine Welt des Teilens ohne persönliche Privatsphäre

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Eine Welt des Teilens ohne persönliche Privatsphäre

Mit dem

Mit dem "Dataismus" werden die Menschen gesünder, aber müssen auch viel von sich preis geben.

Die technologische Entwicklung mündet in einem immer effizienter werdenden Austausch zwischen Einzelpersonen und ermöglicht so die Entstehung eines neuen digitalen Sozialismus.

Während einige Vordenker wie der Serienunternehmer Elon Musk in den sich rasant beschleunigenden Entwicklungen eine große Gefahr sehen, empfinden andere wie etwa der Gründer des WIRED Magazins und renommierte Futurist Kevin Kelly die neuen Ströme eher als positiv.

Bis zum Jahr 2030 wird laut Kelly die technologische Entwicklung neue Möglichkeiten des Datenaustausches und Kooperationsmöglichkeiten zwischen Nutzern hervorbringen. Indem sie ihr Wohlergehen in die eigenen Hände nehmen, leiten speziell die Biohacker eine Art Demokratisierung des persönlichen Gesundheitsmanagements ein.

Mit der zunehmenden Vermessung unseres Alltags und den daraus resultierenden Erkenntnissen über unsere Bedürfnisse, schaffen wir uns nach und nach eine Umgebung, die permanent mit uns kommuniziert. Sensoren zeigen uns an, wann wir essen, laufen, schlafen, arbeiten und Kontakte knüpfen sollen, um unser Wohlbefinden zu optimieren.

Pro und Contra der Datensammelwut

Individuell erfassbar: Mittels vernetzten Smart Devices wird das Sammeln von Gesundheitsdaten für jeden kinderleicht.

Auf der einen Seite können diese Entwicklungen maßgeblich zu einer Steigerung der Lebensqualität führen. Informationen könnten mit Mitmenschen und Institutionen je nach Relevanz geteilt werden. Der Hausarzt wird automatisch benachrichtigt, sobald die Blutwerte eine Grippe andeuten, der Chef erfährt, wenn seine Angestellten mit der Arbeitsbelastung überfordert sind und der Personal Trainer sieht, wenn Kunden ihren Trainingsplan nicht einhalten, um dann sofort mit motivierenden Gesten entgegenzuwirken.

Auf der anderen Seite werden Versicherungen vermehrt Daten für sich beanspruchen und Anreizsysteme entwickeln, die auf erblichen Dispositionen basieren. Werdende Eltern können in die Genetik ihrer wachsenden Embryos eingreifen und Arbeitgeber biologische Testverfahren entwickeln, um die Leistungsfähigkeit ihrer Angestellten genauer zu berechnen und ihren Marktwert danach zu bestimmen.

Eine neue Welt des digitalen Sozialismus

Der schnelle Fortschritt beinhaltet für den Einzelnen ein enormes Potenzial zur Vorbeugung von Krankheiten, für körperliche Unversehrtheit und ein längeres Leben. Gleichzeitig wird die zunehmende Transparenz des aufkommenden Dataismus die Privatsphäre und die persönliche Freiheit zunehmend bedrohen und somit eine gesellschaftliche Neuorientierung und Werteordnung einfordern, die vielen Menschen Angst machen könnte.

Wearable Devices and Smart Watches for F” (CC BY 2.0) by BrotherUK

Kevin Kelly sieht hier den Beginn einer neuen Ära des Teilens; eine Art digitalen Sozialismus, der auf Kollaboration anstatt auf Wettbewerb beruht. In seinem Buch The Inevitable prophezeit Kelly: „Das neue System wird weder der klassische Kommunismus […] noch das unverwässerte egoistische Chaos des freien Marktes sein. Dafür wird es einen sich entwickelnden Raum für dezentrale und öffentliche Koordination zur Lösung von Problemen und Erschaffung von Dingen geben, die weder der reine Kommunismus, noch der reine Kapitalismus liefern könnte.“ Ob die neue gesellschaftliche und ökonomische Wirklichkeit letztendlich zu- oder abträglich sein wird, wird aller Wahrscheinlichkeit nach von der Perspektive des Einzelnen abhängen.

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Das Ende des Alterns und die nächste Evolutionsstufe des Menschen

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Das Ende des Alterns und die nächste Evolutionsstufe des Menschen

Der Alterungsprozess könnte aufgehalten, das menschliche Gehirn durch Computer erweitert sein. Die nächste Evolutionsstufe des Menschen ist menschengemacht.

Der Alterungsprozess könnte aufgehalten, das menschliche Gehirn durch Computer erweitert sein. Die nächste Evolutionsstufe des Menschen ist menschengemacht.

Menschen erreichen die Schwelle zu einer neuen Evolutionsstufe. Die physische Unsterblichkeit ist zum Greifen nah. Künstliche Intelligenz ist die neue Elektrizität.

Im nächsten Jahrhundert werden neu gewonnene Möglichkeiten der Lebensverlängerung einen nie dagewesenen Wettkampf gegen die Zeit und gegen das Altern einleiten. Mittel, die eine drastische Verlangsamung der Alterungsprozesse versprechen, werden erst illegal, dann legal auf den Markt kommen.

Die eigene Gesundheit sowie die Privatsphäre werden mehr und mehr zu einer Währung verkommen. Je gesünder und gläserner jemand ist, desto weniger wird er finanziell von Staat und Dienstleistern belastet. Das Magazin Forbes könnte neben ihrer „Liste der reichsten Menschen” eine weitere „Liste der gesündesten Menschen” publizieren – also den Menschen mit der besten Gesundheit und der höchsten Lebenserwartung.

Die Kognifizierung der Welt

Heute wirken Menschen, die sich mithilfe technologischer Erweiterungen vervollkommnen möchten, noch etwas skurril – und spielen mit diesem Image: so wie Künstler und Cyborg(-Aktivist) Neil Harbisson.

Laut dem Futuristen Kevin Kelly birgt die Entwicklung der künstlichen Intelligenz weit weniger Gefahren als oft befürchtet. Kelly stellt sich eine Art „KI aus der Steckdose” vor, ähnlich wie Strom. Nutzer können dementsprechend ihre Geräte mit Lernkapazitäten versehen, indem sie diese mit KI speisen. Ein Kühlschrank würde dann zum Beispiel das Verhalten seines Nutzers erkennen, Lebensmittel rechtzeitig nachbestellen, kühlen, auftauen und den Speiseplan auf die individuellen Ziele der Person, wie Abnehmen oder Muskeln aufbauen, anpassen.

Elon Musk forscht mit seinem neuen Unternehmen Neuralink bereits intensiv an Möglichkeiten, das menschliche Gehirn mit Computern zu verknüpfen. Zum einen, um neurodegenerative Krankheiten besser behandeln zu können, zum anderen, um das menschliche Gehirn technisch zu erweitern, damit es mit der weiterhin zunehmenden Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung mithalten kann.

Der Beginn der nächsten Evolutionsstufe?

Tatsächliche Aufnahme einer kortikalen Nervenzelle. Diese Aufnahme wurde mit einem Rasterelektronenmikroskop von ZEISS im Gehirn einer Ratte gemacht. ZEISS Microscopy, deconvolved z-stack overlay, CC BY 2.0, Gemeinfrei, Wikimedia Commons

Allerdings bergen diese Entwicklungen die Gefahr einer Klassengesellschaft: Nur die Gesunden und Gläsernen könnten sich die technologischen Erweiterungen leisten – und wären dadurch noch besser vor Krankheiten gefeit. So nimmt der von Yuval Noah Harari prophezeite Homo Deus, eine technologisch und genetisch optimierte Version des Homo Sapiens, Gestalt an. Die Übrigen gingen leer aus.

Die Verantwortung für Krankheiten würde sich dadurch immer mehr auf die Individualebene konzentrieren. Wer krank ist, wäre selbst schuld. Das wirkte sich auch auf das Gesundheitssystem aus: Behandlungen würden direkt bezahlt – Krankenkassen als Solidargemeinschaft gäbe es nicht mehr. Das triebe einen Keil zwischen die Gesunden und Kranken, die Kluft würde immer größer.

Doch so muss es nicht kommen: Übermäßig große Klassenunterschiede können verhindert werden, wenn das Recht auf Privatsphäre anerkannt bleibt. Die Biodaten sollten anonymisiert dafür verwendet werden, die Gesundheit aller Menschen zu verbessern, nicht aber, um einzelne für ihre Krankheiten verantwortlich zu machen.

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