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Kompendium: Food as Medicine

Ernährung ist heute noch ein Thema, das in Lehrplänen an Schulen eine kleine Rolle spielt. In der Schule der Zukunft könnte Ernährung nicht nur wichtig sein, um das Wohl der Kinder zu steigern, sie kann auch ein Weg sein, damit wir nachhaltiger denken. Damit würde Ernährung nicht nur zur Medizin für unsere Körper, sondern auch für unsere Umwelt.

Kompendium: Food as Medicine

Unsere Vorfahren geben uns vieles mit auf den Weg, sogar ihre Ernährung schlägt sich im Erbgut nieder. Was, wenn Familienrezepte der Zukunft nicht nur gut schmecken, sondern auch auf die individuellen Bedürfnisse von Familien und ihrer Gene eingehen? Was, wenn wir so Essen, dass wir nicht nur Krankheiten vorbeugen, sondern auch gleichzeitig unsere Gene verbessern? Ein Blick in einen Ernährungs-Tagebucheintrag der Zukunft.

Kompendium

Ernährung hat einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit, aber kann sie auch als Medizin dienen? Durch die Geschichte hinweg gab es immer wieder Ansätze, Nahrung verschiedene Eigenschaften zuzuschreiben, die über ihren reinen Nährwert hinausgehen. Von den mittelalterlichen Rezepten von Hildegard von Bingen bis zur Epigenetik der Zukunft. Unsere Ernährung verhandelt nicht nur kulturelle und kulinarische Rituale, sondern auch medizinische Wertvorstellungen und Wissensstände.

Kompendium: Food as Medicine

Die Kirchenlehrerin und Äbtissin Hildegard von Bingen verband antikes Körperverständnis mit offenbartem Wissen, das sie in Lehrbüchern zum ersten Mal in deutscher Sprache festhielt.

Kompendium: Food as Medicine

Zurück in die Ernährungsweise der Steinzeit? Die Paleo-Diät fordert uns dazu auf, uns so zu ernähren, wie es vermeintlich in der Steinzeit war. Dabei fantasiert diese Diät von einer besseren Zeit vor unserer Zeit und leitet daraus fragwürdige Ernährungsrichtlinien ab.

Kompendium: Food as Medicine

Heilt Gesunde Ernährung auch Krankheiten? Damit Ernährung medizinisch wirkt, müssen wir sie als Ganzes betrachten und unsere Haltung zur Ernährung langfristig umstellen.

Kompendium: Food as Medicine

Wie Hildegard, von Bingen die gesunde Ernährung ins Rollen brachte

Kompendium: Food as Medicine

Wie Hildegard, von Bingen die gesunde Ernährung ins Rollen brachte

Was Hildegard von Bingen bis heute relevant macht, ist ihr ganzheitlicher Ansatz und ihre Einordnung von lokalen Kräutern in ein System, das volkstümliche Heilkunde und Erfahrungswissen bündelt. Bild: The Universal Man, Liber Divinorum Operum von Hildegard of Bingen, 1165, public domain

Die Kirchenlehrerin und Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 – 1179) verband antikes Körperverständnis mit offenbartem Wissen, das sie in Lehrbüchern zum ersten Mal in deutscher Sprache festhielt. Dabei ging es ihr nicht um eine wissenschaftliche Einordnung der Welt, sondern um den Nutzen von Pflanzen, Tieren und anderen Elementen der Natur als Medizin für den Menschen. Ihr Ziel: Das göttliche Gleichgewicht im Menschen wiederherzustellen.

Wenn die Säfte aus dem Gleichgewicht kommen

Hildegard von Bingen gilt als eine der bekanntesten deutschen Denkerinnen des Mittelalters. Neben ihren theologischen und poetischen Werken entfalten vor allem ihre Aufsätze zu den Themen Nahrung und Gesundheit immer noch ihre Wirkung in der Jetztzeit. Von Bingen ist eine Verfechterin der Lehre der Körpersäfte. Sie sieht Krankheit als einen Zustand, in dem die Körpersäfte nicht mehr im Gleichgewicht fließen. Das gilt für körperliche wie auch psychische Zustände. Um die Säfte wieder in Gleichgewicht zu bringen, hilft dem Menschen die von Gott geschaffene Natur und ihre Pflanzen. Ernährung wird bei Hildegard von Bingen zum zentralen Mittel für den Heilungsprozess und die Nahrungsaufnahme zum heilenden Ritual.

Die Lehre von den Körpersäften war von der Antike bis ins 19. Jahrhundert hinein eine allgemein anerkannte medizinische Perspektive. Auch Hildegard von Bingen beruft sich auf dieses System. Die Säftelehre spricht von vier sogenannten Primärqualitäten: warm vs. kalt, trocken vs. feucht. Mit diesem System beschreibt von Bingen in ihrer Arbeit die Verwendung und Zuordnung von bestimmten Pflanzen und Gewürzen als Heilmittel. Nehmen wir Zimt: Dieser ist in diesem System sehr warm und mäßig feucht. So soll er die schlechten Säfte mindern und den Fluss der heilenden Säfte fördern. Zimt kann auf einem Stück Brot zu sich genommen werden oder indem man diesen von der Hand ableckt. Bei regelmäßigem Verzehr kann sich der Mensch so wieder ins Gleichgewicht bringen.

Hildegard von Bingen war eine Verfechterin der Lehre der Körpersäfte. Sie sah Krankheit als einen Zustand, in dem die Körpersäfte nicht mehr im Gleichgewicht fließen. Bild: Autor unbekannt, US Public domain

Nahrung als göttliche Medizin – Wer braucht da schon die Wissenschaft?

Ernährung wird bei von Bingen als ein integraler Bestandteil des Heilungsprozesses gesehen. Bei Hildegard gibt es zahlreiche Hinweise für gut verdauliche Kost und Rezepte, die sie Kranken empfiehlt, um wieder zu gesunden. Der Mensch als göttliches Wesen steht hier im Austausch mit der Schöpfung, denn alles kommt von Gott und es waren göttliche Visionen, die Hildegard von Bingen erlaubten, das zu erkennen, was den Menschen hilft. Heißt im Klartext: Sie hat nicht im heutigen Sinne die Effekte ihrer Heils-Ideen wissenschaftlich überprüft. Was von Gott kommt, kann ja schließlich nicht schaden oder?

Hildegard von Bingen hat bereits zu Lebzeiten viel Anerkennung innerhalb der Kirche erfahren und bis heute hat ihre medizinische Lehre viele Fürsprecher:innen. Sie war mit ihrer Lehre im Mittelalter so erfolgreich, weil sie als Beraterin in allen kirchlichen und weltlichen Machtsystemen vernetzt war. Als erste Vertreterin eines dezidiert mystischen, das heißt direkt von Gott erfahrenen Wissens, hatte sie eine Sonderstellung, die sie bis heute so bekannt macht. Darüber hinaus nutzte sie nicht nur die griechisch-lateinischen Begriffe, sondern verband sie mit den volkstümlichen Kräuternamen und machte so medizinisch-heilkundliches Wissen in deutscher Sprache erst zugänglich. Ihre Beschreibungen sind nicht durch und durch medizinisch, sondern auch von Laien zu gebrauchen. Die einfache Sprache machte so medizinisches Wissen für mehr Menschen verfügbar. Und vermutlich brauchten die Menschen im Hochmittelalter auch die Behauptung, dass das Wissen von Gott kommt. Weil damals, nicht viel anders als heute, prinzipiell eher ungern auf eine Frau gehört wurde.

Ernährung wird bei von Bingen als ein integraler Bestandteil des Heilungsprozesses gesehen: in ihren Werken finden sich zahlreiche Hinweise für gut verdauliche Kost und Rezepte, die sie Kranken empfiehlt, um wieder zu gesunden. Bild: Autor unbekannt, CC0 Public Domain

Hildegard von Bingen wirkt bis heute nach

In der Forschung zu Hildegard von Bingen gibt es zugleich Debatten darüber, inwiefern die Werke zur Naturheilkunde wirklich Teil von von Bingens Schaffen sind. Die Abschriften aus diesem Teil ihres Wirkens sind teilweise erst weit nach ihrem Tod entstanden und nicht alles, was von Bingen heute zugeschrieben wird, muss sie wirklich gesagt haben. Hinzu kommen zahlreiche Übersetzungsfehler und historische Ungenauigkeiten, da von Bingen sich zum Teil volkskundlicher Namen für verschiedene Kräuter bediente, die heute nicht mehr eindeutig zugeordnet werden können. Es ist also nicht alles göttlich, was glänzt. Ein Beispiel ist der Dinkel: Auch wenn der Dinkel bei Hildegard von Bingen lobend erwähnt wird, spielt er keine große Rolle in ihrer Lehre. Die moderne Hildegard-Bewegung dagegen sieht im Dinkel das beste und gesündeste Getreide, das wie ein Allheilmittel gefeiert wird. Die Dinkelbrötchen aus dem Reformhaus und die Dinkel-Kekse vom Bio-Bäcker verdanken wir damit also auch dieser übertriebenen und teilweise verfälschten Leseweise der ernährungsmedizinischen Offenbarungen, die Hildegard von Bingen erreicht haben sollen.

Was Hildegard von Bingen bis heute relevant macht, ist ihr ganzheitlicher Ansatz und ihre Einordnung von lokalen Kräutern in ein System, das volkstümliche Heilkunde und Erfahrungswissen bündelt. Schließlich ist es dieses Erfahrungswissen, das über Generationen und Jahrhunderte hinweg gesammelt wurde, das den Wissensstand von von Bingen prägte und ihr erst ermöglichte, in ihrer Arbeit Pflanzen und Ernährung als Heilmittel zu verstehen.

Weiterlesen Paleo: Die Steinzeiternährung als Jungbrunnen?
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Paleo: Die Steinzeiternährung als Jungbrunnen?

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Paleo: Die Steinzeiternährung als Jungbrunnen?

Bild: National Institutes of Health, public domain

Zurück in die Ernährungsweise der Steinzeit? Die Paleo-Diät fordert uns dazu auf, uns so zu ernähren, wie es vermeintlich in der Steinzeit war. Dabei fantasiert diese Diät von einer besseren Zeit vor unserer Zeit und leitet daraus fragwürdige Ernährungsrichtlinien ab. Was steckt hinter Paleo und wie gesund ist diese Ernährungsweise?

Guter Ansatz, starkes Storytelling

Fleisch, Nüsse, Beeren und kein Brot: Das sehen Anhänger der Paleo-Diät als das Rezept schlechthin für ein gesundes Leben. Die Kalkulation dahinter klingt simpel, denn die Paleo-Diät will eine Ernährungsform reproduzieren, die bereits im Paläolithikum, das heißt der Alt-Steinzeit, gelebt wurde. Seitdem hat sich viel im Leben der Menschen verändert, denn zu diesem Zeitpunkt, also vor 10.000 Jahren, lebten die Menschen noch nicht von Ackerbau und Viehzucht. Debatten um die Idee einer Steinzeiternährung gab es bereits schon länger in der Ernährungswissenschaft, so tauchen bereits Ende des 19. Jahrhunderts erste Artikel und Theorien zur Ernährung von Menschen vor der Agrarwende auf. Doch erst in den 00er-Jahren hatte die sogenannte Paleo-Diät mit dem ersten großen Kochbuch von Loren Cordain ihren wirklichen Durchbruch. Der praktische und einfach nachzuahmende Ansatz von Cordain machte die Paleo-Diät zu einem vermarktbaren Produkt, das massentauglich wurde.

Fleisch, Nüsse, Beeren und kein Brot: Das sehen Anhänger der Paleo-Diät als das Rezept schlechthin für ein gesundes Leben. Wurst und Schinken sind übrigens nur erlaubt, wenn sie keine sonstigen Zusätze oder Konservierungsstoffe enthalten. Bild: Kim Daniels

Die sehr eiweißreiche Ernährung kommt nicht ohne tierische Fette und Eiweiße (vorrangig Fleisch) aus, was sie für eine gegenwärtige, nachhaltig denkende Ernährungsform disqualifiziert. Hinzu kommt, dass bei der Paleo-Ernährung Milchprodukte komplett wegfallen. Wer sich glutenfrei, ohne Laktose und ganz ohne Milcheiweiß ernähren will oder muss, der findet in dieser Ernährungsweise gute Impulse. Vielleicht lässt sich damit auch erklären, warum einige Menschen auf diese Ernährung setzen. Paleo wird zudem oft als geeignete Ernährungsform zur Gewichtsreduktion genannt. Dabei geht es mit Übergewicht um ein Problem, das in seiner Ausprägung vor allem in den USA medizinisch eskaliert ist. Außerhalb der Reduktion von Übergewicht hat Paleo kaum Anwendungsgebiete, die erforscht sind und medizinisch relevant scheinen.

Radikaler als Ayurveda oder Makrobiotik

Vergleichen wir die Paleo-Diät mit einer anderen Ernährungsform, der ayurvedischen Ernährung, die um die 1970er-Jahre verstärkt in Europa Beachtung fand, dann fällt auf, wie sehr Paleo eine Reaktion auf westliche (und vor allem auch amerikanische) Ernährungsweisen ist. Bei ayurvedischer Ernährung steht im Vordergrund, möglichst unverarbeitetes Essen zu sich zu nehmen, das zudem im Einklang mit der Person steht, die das Essen zu sich nimmt. Hier gibt es keinen „Steinzeit für alle“-Zugang, sondern eine individualisierte Ernährung je nach körperlicher Verfassung. Einen ähnlichen Zugang fährt auch die Makrobiotik, die auf möglichst unverarbeitete Lebensmittel setzt.

Paleo dagegen arbeitet nicht mit einer individuellen Ernährungsweise, sondern verteufelt regelrecht alle Lebensmittel, die als krankmachend gelten. Die Forschung ist sich unsicher, inwiefern Paleo selbst wirklich einen gesundheitlichen Mehrwert gegenüber anderen, ausgewogenen Ernährungsformen bietet. Durch das Storytelling von Paleo entsteht das Bild einer besseren Zeit vor unserer Zeit, einem paradiesischen Zustand vor der Agrarwende. Wissenschaftlich ist dieses Bild nicht wirklich haltbar, denn weder gab es die eine Steinzeit, noch gab es die eine Ernährungsform. Der Stand der Forschung legt allerdings nahe, dass sich bereits vor 100.000 Jahren Neandertaler stärkehaltig und damit pflanzlich ernährten. Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass die von den frühen Vormenschen vorgefundenen Pflanzensamen sogar gekocht wurden. Das enttarnt die Idee von den fleischfressenden, wolfsähnlichen Steinzeitmenschen als moderne Projektion.

Der Stand der Forschung legt nahe, dass sich bereits vor 100.000 Jahren Neandertaler stärkehaltig und damit pflanzlich ernährten. Das enttarnt die Idee von den fleischfressenden, wolfsähnlichen Steinzeitmenschen als moderne Projektion. Bild: Pressebilder Neanderthal Museum, Mettmann. Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0)

Gesunde Ernährung hat viele Bausteine

Die Geschichte, die Paleo fast schon wie ein Ritual immer wieder erzählt, hat vielmehr damit zu tun, dass zu Beginn des 21. Jahrhunderts viele verarbeitete Lebensmittel konsumiert werden. Diese sind nicht nur voller Zusatzstoffe, sondern oft auch übersalzen und wenig nahrhaft. Paleo verkauft sich als die einzige und richtige Ernährungsform für den Menschen, doch was dabei unsichtbar gemacht wird, wenn wir nur über die Ernährung von „Jägern und Sammlern“ sprechen, ist die reaktionäre Grundhaltung dahinter (es gab eine bessere Zeit in der Vergangenheit). Zugleich ist Paleo nicht zukunftsfähig, denn eine Ernährung der Zukunft kommt möglichst ohne tierische Eiweiße aus. Ob Paleo nur ein Trend bleibt? 2016 haben lediglich 10 % der Menschen in Deutschland mit Ernährungstrends wie Paleo oder Clean-Eating experimentiert. Damit bleiben diese Trends, trotz medialer Sichtbarkeit, oft eine Ernährungsform, die wenige Menschen wirklich in ihren Alltag integrieren. Eins ist sicher: Jäger und Sammler haben ihre Nüsse nicht im Supermarkt gekauft.

Weiterlesen Experte über medizinisches Kochen: “Ernährung ist keine Pille”
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Experte über medizinisches Kochen: “Ernährung ist keine Pille”

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Experte über medizinisches Kochen: “Ernährung ist keine Pille”

Bild: Dan Cristian Padure

Heilt Gesunde Ernährung auch Krankheiten? Damit Ernährung medizinisch wirkt, müssen wir sie als Ganzes betrachten und unsere Haltung zur Ernährung langfristig umstellen.

Ernährung ist nicht nur das Brötchen am Morgen oder der Kaffee nach dem Mittagessen, sie ist ein ganzes Muster aus Verhaltensweisen und Gewohnheiten. Deswegen ist Ernährung, wenn sie medizinisch wirksam sein soll, in einem wichtigen Punkt von Medikamenten zu unterscheiden: Sie wirkt zumeist nicht akut, sondern auf Dauer. Das heißt, eine Ernährung, die krank macht, macht nicht nach einmaligem Konsum von Zucker oder gesättigten Fettsäuren krank, sondern es ist die auf Dauer gestellte, den Körper belastende Ernährungsweise, die zu vielen der Krankheiten führt, die uns im Laufe unseres Lebens plagen. Laut einem Report des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft finden 91 % der Deutschen, dass Ernährung gesund sein soll. Hier stimmt die Forschung zu, denn sie geht davon aus, dass Ernährung einen großen Einfluss darauf hat, wie wahrscheinlich und wie stark wir an bestimmten Krankheiten erkranken werden. Die gute Nachricht ist allerdings, dass wir mit einem Geburtstagskuchen oder einem Eis im Sommer keine Fehler begehen, die uns unser Leben lang verfolgen.

Langfristig lecker: Kochen als Medizin

Ernährung ist kein Ersatz für die akute Medizin, die uns bei Knochenbrüchen oder Blinddarmentzündungen hilft, aber sie kann viele später akut werdende Situationen im Vorfeld abfedern, allen voran Herzerkrankungen. Hinzu kommt, dass eine ausgewogene und gesunde Ernährung nicht nur dem Körper und dem Geist guttut, sondern auch den Planeten und das Klima beeinflusst: Pflanzenbasiert, wenig tierische Fette und möglichst wenig verarbeitet zu essen, bedeutet auch, dass für die Herstellung der Nahrung wesentlich weniger Ressourcen aufgewendet werden müssen. Die Zubereitung der Nahrung kann zudem zu einem Ritual werden, das Spaß macht.

Ernährungsmuster erkennen und umstellen

Für Cirus Henn muss gesunde Ernährung nicht voller Leinsamen sein. Der angehende Arzt und Kochbuchautor hat sich im Laufe seiner Karriere intensiv mit Ernährung beschäftigt und wollte Gerichte finden, die nicht nur seinem medizinischen Anspruch genügen, sondern auch schmecken. Dazu hat er sich mit dem Koch Surdham Göb zusammengetan und ein medizinisch-kulinarisches Kochbuch zusammengestellt. Denn was bringt eine Ernährung, die vor allem darauf abzielt, Ernährungsmuster langfristig zu verändern, wenn das Essen nicht schmeckt oder das Kochen zu kompliziert ist?

Für Cirus Henn muss gesunde Ernährung nicht voller Leinsamen sein. Der angehende Arzt und Kochbuchautor hat sich im Laufe seiner Karriere intensiv mit Ernährung beschäftigt und wollte Gerichte finden, die nicht nur seinem medizinischen Anspruch genügen, sondern auch schmecken. Bild: Oliver Brachat

Henn sieht in Essen mehr als nur eine reine Nährstoffaufnahme: „Es geht auch um sozio-kulturelle Muster“, sagt er und verweist darauf, dass Essen in Rituale und Genuss eingebettet ist. Wenn es besser schmeckt, wirkt es vielleicht auch besser, aber es wird definitiv einfacher, sich darauf einzulassen. „Es ist möglich, sich auch mit wenig Budget gesund zu ernähren“, merkt Henn an. „Aber es ist schockierend, wie günstig die vielen stark verarbeiteten Lebensmittel im Supermarkt sind.“ Henn geht davon aus, dass ein Lebensmittel, je weniger es verarbeitet ist, also je weniger es von seinem Ursprungszustand entfernt ist, desto gesünder und nachhaltiger ist. Was hat eine Salami noch mit einem Schwein zu tun? Es muss nicht immer der kurz angedünstete Brokkoli sein oder das Vollkornbrötchen. Für Henn zählt das Zusammenspiel von Pflanzen und deren Nährstoffen, das ihre medizinische Wirksamkeit verstärkt: „Nährstoffe kommen in Paketen, das sind sekundäre Pflanzenstoffe und andere Bestandteile.“ Anders gesagt: Isoliert kann ein gesunder oder heilender Bestandteil der Pflanze weniger gut wirken, als wenn er mit der ganzen Pflanze aufgenommen wird. Damit sind viele Nahrungsergänzungsmittel, die Nährstoffe oder andere Bestandteile in isolierter Form anbieten, auch weniger effektiv.

Mediterrane Ernährung als ernährungsmedizinischer Goldstandard

Ein Begriff, der in der Forschung immer wieder vorkommt, ist die sogenannte mediterrane Ernährung. Bei dieser Ernährungsform kommt es nicht darauf an, überall ein wenig Olivenöl drüber zu schütten, sondern auf eine ausgewogene Mischung von Gemüse, Nüssen, guten Ölen und Fisch zu achten. Der Vorteil der mediterranen Ernährung ist auch, dass sie an großen Populationen über lange Zeiträume hinweg untersucht werden konnte. Viele Krankheiten, die das Herz-Kreislauf-System betreffen und die häufigste Todesursache in Deutschland ausmachen, lassen sich damit vorbeugen. Das heißt, möglichst auf rotes Fleisch verzichten, dieses möglichst unverarbeitet zu sich nehmen, Hülsenfrüchte und Getreide sind erlaubt, denn die hier enthaltenen Ballaststoffe sind wichtige Bausteine einer vorbeugenden Ernährung.

Bei der mediterranen Ernährung kommt es nicht darauf an, überall ein wenig Olivenöl drüber zu schütten, sondern auf eine ausgewogene Mischung von Gemüse, Nüssen, guten Ölen und Fisch zu achten. Bild: Firdaus Roslan

Wer Ernährung als Medizin begreift, darf sich nicht darauf verlassen, dass ein Superfood wie ein magischer Trank alle negativen Gewohnheiten wegzaubert. Vielmehr geht es um eine langfristige und dabei genussvolle Art der Ernährung, um ein Bewusstsein für das zu schaffen, was den Körper in seinen Funktionen unterstützt. Eine Ernährung, die den Körper entlastet, ist oft auch ein Lebensstil, der weniger Ressourcen frisst. Damit wird aus einer medizinisch wirksamen Ernährung auch eine, die den Planeten schont. Schließlich ist ein überhitzter Planet allemal ziemlich ungesund.

Weiterlesen Wie ernähren sich unsere Kinder in 10 Jahren?
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Wie ernähren sich unsere Kinder in 10 Jahren?

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Wie ernähren sich unsere Kinder in 10 Jahren?

Foto: Mick Haupt

Ernährung ist heute noch ein Thema, das in Lehrplänen an Schulen eine kleine Rolle spielt. In der Schule der Zukunft könnte Ernährung nicht nur wichtig sein, um das Wohl der Kinder zu steigern, sie kann auch ein Weg sein, damit wir nachhaltiger denken. Damit würde Ernährung nicht nur zur Medizin für unsere Körper, sondern auch für unsere Umwelt. Ein Gedankenexperiment für die Ernährungsbildung in 10 Jahren. 

Chorin in Brandenburg, 10.8. 2032

Weil das Wasser knapp ist, bricht der Wasserhahn die Wasserzufuhr sofort ab, wenn die Flasche voll ist. Chris (dey/dem) kennt das nicht anders, denn dey ist damit aufgewachsen, dass Wasser eine knappe Ressource ist. Chris freut sich auf den Ausflug zum bio-dynamischen Bauernhof – endlich ein bisschen aus der Stadt raus. Es ist immer wieder seltsam für Chris, wenn dey aus der Stadt kommt und wieder Autos sieht. Im Jahr 2033 sind Autos in der Stadt erst seit Kurzem verboten, aber Chris ist damit aufgewachsen. Chris wohnt mit deren Eltern im Prenzlauer-Berg, ging dort in den Kindergarten und zur Schule und die Vorstellung, dass hier ein Auto fährt, kommt Chris komisch vor. Seit Chris‘ Geburt im Jahr 2025 hat sich viel verändert. Das Obst und Gemüse, das Chris kennt, ist 100 % regional. Bananen kennt Chris nur noch aus Geschichten von früher, aber sie schmecken Chris auch nicht so gut, dey findet den Geschmack langweilig.

Auf dem bio-dynamischen Bauernhof gibt es für Chris viel zu entdecken. Chris mag die vielen verschiedenen Pflanzen und die Geschichten, die die Lehrperson dazu erzählen kann. Bild: Zoe Schaeffer

Auf dem Bauernhof gibt es viel zu entdecken. Chris mag die vielen verschiedenen Pflanzen und die Geschichten, die die Lehrperson dazu erzählen kann. Dass die Kartoffeln nicht gerne neben den Tomaten wachsen, zum Beispiel. Dann werden sie anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Und, dass Kartoffeln gar nicht aus Europa kommen, aber schon so lange hier angebaut werden, dass sie jetzt heimisch sind.

Was Chris sofort verstanden hat, ist, dass wenn man viele Beeren isst, viele Krankheiten reduziert werden können, weil die Beeren voll mit Nährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen sind, die bis auf die Zellebene im Körper wirken. Chris weiß, dass Oma gerade im Krankenhaus war und jetzt ihre Ernährung umstellen muss. Deswegen nimmt Chris sich auch immer vor, ein paar Beeren zu pflücken, aber letztes Mal waren die noch nicht reif und zu Hause würden sie nicht so gut wachsen. Dafür weiß Chris, dass im Park unweit von zu Hause auch Beeren wachsen. Es ist seit ein paar Jahren zur Richtlinie geworden, dass Parks auch für einige Nutzpflanzen offen sind und dort öffentlich Obst und Gemüse angebaut wird, damit die Leute sich bedienen können.

Die Einbindung von Gesundheitswissen und Ernährung in die Schulbildung schafft für Chris einen ritualisierten Kontext, in dem dey sich das Wissen nicht nur spielerisch, sondern auch in Gruppenarbeit aneignen kann. Bild: Annie Spratt

Nahrung, die über ihren Geschmack hinausgeht

„Ok, wer kann mir sagen, welche Pflanze das ist?“, fragt die Lehrperson Schmidt und alle wissen, dass keine Gadgets erlaubt sind. Die Lehrperson achtet darauf, dass die Kinder das Wissen im Kopf haben, nicht in einer App. Lehrperson Schmidt nimmt ein Stück von der Pflanze und Chris überlegt. Dey ist sich sicher, dass es ein Kraut ist, aber kann sich nicht mehr genau an den Namen erinnern. Ein Zweig wird herumgereicht und der Geruch, sobald er in Chris‘ Nase strömt, ist unverwechselbar. Dennoch fällt Chris der Name immer noch nicht ein.

„Lehrperson Schmidt, ich glaube, das ist Rosarin!“, sagt Anna, die immer alles besser wissen will, und Chris ärgert sich, nichts gesagt zu haben.

„Fast“, sagt Lehrperson Schmidt. „Rosmarin heißt die Pflanze, das war nah dran. Sehr gut. Und was wissen wir über Rosmarin?“

„Der Rosarin …“

„Rosmarin“, fällt Chris Anna ins Wort.

„Und Rosmarin ist gut für was?“, fragt die Lehrperson zurück.

„Na, die Zellen“, sagt Chris und die anderen Kinder lachen, sogar Anna lacht mit, weil Chris so trotzig klang.

„Genau! Und diese Säure, die der Rosmarin herstellt, die ist eigentlich dazu da, dass die Pflanze sich vor Fressfeinden schützt. In unserem Körper aber entfaltet die Rosmarinsäure viele gute Eigenschaften. Sie hilft uns dabei, im Gleichgewicht zu sein, reduziert Entzündungen im Körper und kann sogar die Art und Weise beeinflussen, wie unsere Gene funktionieren. Es gibt viele Pflanzen, die wir regional anbauen können, die uns dabei unterstützen, gesund zu bleiben.“

In unserem Körper entfaltet Rosmarinsäure viele gute Eigenschaften. Sie hilft uns dabei, im Gleichgewicht zu sein, reduziert Entzündungen im Körper und kann sogar die Art und Weise beeinflussen, wie unsere Gene funktionieren. Bild: Fiona Bossle

Lust auf Gemüse als Prävention

Chris lernt durch diese Ausflüge, dass eine gute Ernährung nicht nur schmecken kann, sondern auch vorbeugend wirkt. Dieses vorausschauende Denken hilft Chris dabei, den eigenen Körper als System zu verstehen, das mit seiner Umgebung im Austausch steht und nicht als Maschine, die durch eine Pille repariert wird. Die Einbindung von Gesundheitswissen und Ernährung in die Schulbildung schafft für Chris einen ritualisierten Kontext, in dem dey sich das Wissen nicht nur spielerisch, sondern auch in Gruppenarbeit aneignen kann. So entstehen neue sozio-kulturelle Muster, die, wenn bereits im Kindesalter angefangen, auch im Erwachsenenalter (positive) Auswirkungen zeigen. Unser Umgang mit Essen ist nicht nur von Heißhunger oder Nährstoffen getrieben, sondern immer auch eine erlernte Praxis. Gleiches gilt auch für gesunde Ernährung.

Weiterlesen Nutrigenetik: Kochen für den geerbten Körper
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Nutrigenetik: Kochen für den geerbten Körper

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Nutrigenetik: Kochen für den geerbten Körper

Bild: Chantal Garnier/Sangharsh Lohakare

Unsere Vorfahren geben uns vieles mit auf den Weg, sogar ihre Ernährung schlägt sich im Erbgut nieder. Was, wenn Familienrezepte der Zukunft nicht nur gut schmecken, sondern auch auf die individuellen Bedürfnisse von Familien und ihrer Gene eingehen? Was, wenn wir so essen, dass wir nicht nur Krankheiten vorbeugen, sondern auch gleichzeitig unsere Gene verbessern? Ein Blick in ein Ernährungs-Tagebuch der Zukunft.

Berlin, 10.9.2047

Heute vermisse ich irgendwie meine Großmutter. Wenn ich an sie denke, hole ich ihr altes Rezeptbuch raus und mache ihren Beeren-Kuchen. Meine Familie hat sich schon immer sehr gesundheitsbewusst ernährt, allen voran meine Großmutter, die es bis weit über die 90 Jahre geschafft hat. Unser Arzt meinte aber, dass ihr hohes Alter und ihre Gesundheit kein Zufall seien. Ihre Ernährung, die perfekt auf ihre Epigenetik angepasst war, war der Schlüssel zu ihrer Gesundheit.

Mittlerweile ist es üblich, dass noch vor der Geburt eine DNA-Probe entnommen wird, die als Grundlage für eine umfassende Diagnostik dient. Dabei wurde nicht nur meine DNA aufgeschlüsselt, sondern auch die mir vererbten Veränderungen im konkreten Ausdruck von Genen. Das ist der epigenetische Ansatz, der nicht nur schaut, welche Gene vorhanden sind, sondern auch, wie aktiv sie sind und wie sie von der Umgebung getriggert werden. In meiner Familie sind bestimmte Gene aktiver, die im Alter zu Diabetes führen können, aber meine Großmutter hat es auch ohne Alters-Diabetes geschafft, das will ich auch.

Kuchen ist vielleicht nicht das Erste, was man mit gesunder Ernährung in Verbindung bringt. Doch der Beerenkuchen meiner Großmutter war ein Markenzeichen ihrer gesundheitsbewussten Ernährung. Die Beeren pflückte sie in ihrem eigenen Garten. Bild: Raphael Maksian

Meine Ernährung ist auf die Bedürfnisse meiner individuellen Körperkonstitution abgestimmt. Da die Erbinformation in meinem Körper auch zur Hälfte von meinem Vater stammt, sind nicht alle Rezepte und Faktoren wichtig, die bei meiner Großmutter eine Rolle gespielt haben. Durch die Gen-Analyse bin ich mir aber aller Risikofaktoren meines Erbguts bewusst und kann gut mit einer pflanzlichen Ernährung gegensteuern. Kaffee kommt bei mir nicht auf den Tisch, ich trinke lieber grünen Tee, denn er hat einen guten Einfluss auf die Epigenetik meiner Zellen. Die Beeren, die meine Großmutter für den Kuchen noch selbst im Garten gepflückt hat, kann ich in einem kleinen Gewächshaus auf dem Dach meines Wohnhauses anpflanzen. Es ist so praktisch, dass alle Dächer zu Gärten geworden sind, um mehr Selbstversorgung zu ermöglichen. Auch wenn meine Oma geschworen hätte, dass die Beeren aus ihrem Garten besser schmecken, habe ich mir eine Beeren-Sorte gekauft, die so verändert wurde, dass die Beeren immer süßlich sind und nicht so sauer werden. Genetisch veränderte Pflanzen finde ich normal. Sie sind für mich ein Teil des Alltags. Es gibt seit Neustem an der Ecke ein Bio-Hacker-Lab, in dem ich den Geschmack anpassen lassen könnte, aber ich bin zufrieden mit dem, was auf meinem Dach wächst.

Epigenetisches Verständnis über Generationen hinweg

Zurück in die Gegenwart: Grundlage für diese Ernährungsweise in der Zukunft ist das Konzept der Nutrigenetik. Bereits heute im Jahr 2022 hat die Forschung erkannt, dass es nicht nur genetische, sondern auch epigenetische Faktoren gibt, die vererbt werden. Dazu gehören unter anderem auch traumatische Erfahrungen, die sich direkt in der RNA von Spermien nachweisen lassen. Wenn die Person, die die Spermien zur Zeugung beigesteuert hat, also ein schweres Trauma erlebt hat, kann sie dieses weitergeben. Gleiches gilt für Mangelernährung und andere durch die Ernährung beeinflusste Faktoren.

Nutrigenetik geht über diese gesetzten Marker hinaus und schaut sich an, wie Ernährung sich auf die Expression von Genen auswirkt. Bild: National Cancer Institute

Nutrigenetik geht über diese gesetzen Marker hinaus und schaut sich an, wie Ernährung sich auf die Expression von Genen auswirkt. Genetik-Experte Dr. Ing. Michael Thelen schätzt das so ein: “In einer mittelfristig entfernten Zukunft werden wir mit Sicherheit anfangen können unsere Ernährung auf unseren biologischen Voraussetzungen auszurichten.” Dabei fällt auf, dass vor allem pflanzliche Ernährung einen positiven Einfluss auf unsere genetische Gesundheit hat. Vorstellbar ist, dass es in der Zukunft einfacher wird unsere DNA auszulesen, vielleicht sogar mit Geräten, die wir in der Wohnung haben oder in einer Apotheke nutzen. Stand der Forschung ist aber noch lange nicht in der Lage tief zu gehen. Thelen der Technischer Leiter des Labors für genomische Medizin bei Hirslanden Precise in Zürich ist, sagt dazu: “Zurzeit werden zahlreiche genomweite Assoziationsstudien vorangetrieben, welche zum Ziel haben bestimmte Phänotypen, also Merkmale in der Bevölkerung mit Ausprägungsmustern auf dem Genom in Verbindung zu setzen” 

Dr. Michael Thelen arbeitet am Labor für genomische Medizin bei Hirslanden Precise in Zürich und untersucht genetische Marker bei den Patient:innen. Foto: Hirslanden Precise

In Zukunft könnten wir aus einer tieferen Analyse sofort Ideen für unsere Ernährung bekommen, vielleicht sogar verbunden mit Rezepten, die uns die Integration erleichtern. Die Entzündungswerte sind zu hoch und bestimmte genetische Marker gestresst? Vielleicht hilft dieser Smoothie aus verschiedenen Beeren, einmal die Woche getrunken über mehrere Monate hinweg, die Situation im Körper wieder zu harmonisieren. Damit wird Ernährung und nicht symptomatische Behandlung der Schlüssel zu einem gesünderen Leben. Durch ein bio-chemisches Verständnis von nutrigenetischen Faktoren kann der Beginn einer Krankheit noch vor dem Ausbruch erkannt werden.

Nutri-Epigenetik steckt noch in den Kinderschuhen

Heute steht die Nutri-Epigenetik noch am Anfang und Szenarien wie das, was wir oben beschrieben haben, sind zwar denkbar, aber noch weit von Umsetzbarkeit in der Gegenwart entfernt. Was, wenn wir uns nicht nur mit Blick auf unsere eigene Gesundheit, sondern auch mit der Gesundheit unserer Nachkommen ernähren würden? Was, wenn wir unseren Körper nicht nur als unseren Körper, sondern als Knotenpunkt in einem Gewebe aus vielen Körpern begreifen würden? Dann wäre unsere eigene Gesundheit nicht nur die Verantwortung, die wir gegenüber uns selbst tragen, sondern auch eine Verantwortung, die kommende Generationen mit einschließt. Noch denken wir nicht so, doch wer weiß, was die Zukunft bringt.

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